Kinderwald -Pflanzaktion

KLEIN NORDENDE Die jährliche Pflanzaktion zur stetigen Aufforstung des Klein Nordender Kinderwaldes am Beekenweg entwickelt sich zur Tradition: Bereits zum fünften Mal lädt der Umweltausschuss Klein Nordender Eltern dazu ein, für ihre Kinder einen Baum im Kinderwald zu pflanzen. Die Familien können aus verschiedenen Laubbäumen wählen und diese gegen eine Kostenbeteiligung gemeinsam mit Vertretern des Umweltausschusses am Sonnabend, ll.November, von 10 bis 12 Uhr, im Kinderwald pflanzen. Die Liste der bestellbaren Bäume erhalten interessierte Eltern während der Sprechstunden des Bürgermeisters im Gemeindebüro, Schulstraße 3, oder bei Telse Ortmann, aus dem Umweltausschuss. Sie ist unter Telefon (04121) 9 4210 erreichbar. mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 13.10.2017

Der Maler mit Sinn für den Norden

KÜNSTLER Joerne Diedrichsen hat lange für die Werbung gemalt - jetzt, im Alter von 65, konzentriert er sich wieder voll auf die Kunst

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KLEIN NORDENDE Kann ein Künstler in Rente gehen? Zumindest bekommt er Rente. Wenn auch zumeist wenig. So wie Joerne Diedrichsen aus Klein Nordende. Der Maler ist gerade 65 Jahre alt geworden - und statt den Ruhestand zu genießen, will er nochmal durchstarten. Mit Kunst genügend Geld zu verdienen, ist seit jeher schwer. Diedrichsen erging es nicht anders, und so musste der gebürtige Friedrichstädter über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg Film-und Theaterkulissen gestalten, damit sich das Portemonnaie füllte. „Ich habe mich an die Werbung verkauft“, sagt er mit einem Lächeln. Doch zukünftig soll wieder die wahre Kunst im Mittelpunkt seines Schaffens stehen.

Ein Blick in Diedrichsens Atelier im ersten Stock seines Hauses reicht aus, um sein Lieblingsmotiv zu erkennen. Der norddeutsche Himmel, das Licht und das Meer haben es ihm angetan. Und wer sich auf seiner Homepage im Internet über den Künstler informieren möchte, der kann unter den Bilder-Motiven „Am Meer“, „Lichtbilder“ und „Blick aus dem Zug“ wählen. Die letztgenannte Kategorie ist besonders augenfällig. Über Bilder von Meer und Himmel blendet Diedrichsen Momentaufnahmen aus dem Zug. Lichtspiegelungen, die fast beiläufig Schaffner oder Bauern zeigen.

Diedrichsen ging in Kiel und auf Sylt zur Schule. Auf die Idee der Zugbilder kam er, als er immer wieder über den Hindenburgdamm fuhr und auf das Wasser schaute. Beim Blick aus dem Zugfenster fielen ihm die Spiegelmotive auf. Generell zeichnen sich seine Gemälde durch eine fotorealistische Malweise aus. Auf den ersten Blick könnte der Betrachter glatt meinen, auf eine Fotografie zu schauen. Seine Landschaftsbildcr entstehen tatsächlich nach Fotografien, die er aus dem fahrenden Zug heraus macht. Diedrichsen malt mit Acrylfarbe auf Leinwand, gern auch großformatig. Und eines haben all seine Motive gemeinsam: Sie strahlen Ruhe und Weite aus.

Joerne Diedrichsen hat seine Kunst von der Pike auf gelernt. In Kiel studierte er Anfang der 70er Jahre Malerei und freie Kunst, bevor er das Examen als graduierter Designer abschloss. Es folgten diverse Ausstellungen in Kiel,
Köln, Hamburg. 1982 gründete er gemeinsam mit dem Maler-Kollegen Thomas Müller „Blizzart“,ein Projekt, das bewusst auf Arbeiten für die Wirtschaft abzielte. Das Duo malte Kulissen für deutsche und internationale Spielfilme, entwarf Stem-Cover, und stellte sich in den Dienst von Mercedes, Lufthansa und Co. Seit 2005 lebt und arbeitet Diedrichsen in Klein Nordende. Und nun, als Rentner, soll der Kern seiner Kunst wieder wachgeküsst werden.

Auf die Frage, warum er nicht mit Ölfarben malt, sondern mit Acryl, sagt er. „Das trocknet schneller.“ Generell ist der 65-Jährige kein Mann großer Worte. Er lässt lieber seine Bilder sprechen. An einem Werk arbeite er oft wochenlang. Wobei Diedrichsen zugibt, „nicht der Fleißigste zu sein“. Zwei bis drei Stunden am Stück, länger sitze er kaum mal an einem Bild. „Ich lass mich gern ablenken“, erklärt er mit einem Schmunzeln. Außerdem arbeite er gern parallel an mehreren Werken. Meist ziehe er erst mit dem Arbeitspensum an, „wenn der Druck von außen kommt“.

Dass er viel Zeit für Auftragsarbeiten aus der Wirtschaft opfern musste, stört ihn nicht. „So musste ich nie Taxi fahren“, sagt er. Reich werde man als Künstler ohnehin nicht, dafür habe man eine Freiheit, von der die meisten Arbeitnehmer nur träumen können. Den Weg in die Kunst hat sich der Klein Nordender ganz allein erkämpft. Diedrichsens Vater war Architekt und hatte für seinen Sohn andere berufliche Pläne. Doch als die Eltern zur Kur waren, ging der Filius zur Kunstschule und bestand die Aufnahme-prüftmg. So nahm das Künstlerschicksal seinen Lauf. Mit Zugbildem will sich Diedrichsen übrigens zukünftig „eher nicht mehr beschäftigen“. „Ich versuche, malerischer zu werden“, kündigt er an. Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 13.10.2017

Leidenschaft für das Sammeln

BRIEFMARKEN Zum Großtauschtag kamen rund 50 Sammler aus Hamburg und Schleswig-Holstein nach Klein Nordende

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KLEIN NORDENDE „Ein bisschen weiter rein, da ist ja fast nichts drauf auf der Marke“, Johannes Konetzny passt genau auf, wie der Postbeamte seinen Stempel platziert. Schließlich handelt es sich um einen Sonderstempel, und Konetzny ist Briefmarkensammler. Er kauft gleich zwei Umschläge samt Sonderstempel: Einen wird er an einen Sammlerkollegen schicken, den anderen zu Hause ins Album heften.

Matthias Schwarz, der Mann hinter dem Tresen, bewahrt die Ruhe und setzt den zweiten Stempel exakter. Er weiß, dass er es hier mit Liebhabern zu tun hat, sein Sonderschalter ist beim Großtauschtag des Briefmarken-Sammler-Vereins Elmshorn aufgebaut. Außer dem Sonderstempel, der eigens für diese Veranstaltung entworfen wurde, hat Schwarz Briefmarken dabei. In einer normalen Postfiliale gibt es nur ein Grundsortiment an Marken, aber Schwarz hat alle aktuellen: 500 Jahre Reformation, 200 Jahre Fahrrad, 50 Jahre Farbfernsehen. Johannes Konetzny deckt sich mit Vorräten ein: „Wenn das Postamt nicht genügend Umsatz macht, müssen wir das bezahlen“, erzählt er: Dann muss der Verein Geld ausgeben, damit Matthias Schwarz mit seinem Sonderschalter und -Stempel erscheint.

en 061017b40 bis 50 Sammler sind am Sonntag ins Gemeindezentrum Klein Nordende gekommen. Viele von ihnen haben einen Trolley dabei, um ihre vielen Alben zu transportieren. Sie kommen aus der Region zwischen Kiel und Hamburg und die allermeisten sind ältere Männer: „Das ist schon das Problem heute beim Briefmarkensammeln“, sagt Jürgen Reinstrom aus Klein Nordende. Er ist 70, Vorsitzender des Vereins, sammelt seit 60 Jahren und hat weder seinen Sohn noch seinen Enkel für sein Hobby begeistern können: „Obwohl das so eine lehrreiche Geschichte ist“. Er nennt als Beispiel Myanmar. Als Sammler mit entsprechendem Schwerpunkt wisse man, dass dieser Staat früher Burma oder Birma hieß und englische Kolonie war. Immerhin, heute hat Reinstrom einen Vater mit seinem Sohn getroffen, der seit zwei Jahren sammelt: „Dem haben wir Briefmarken geschenkt“.

en 061017cNormalerweise wird allerdings getauscht oder gehandelt. Kurt Kieblich hofft dabei immer wieder auf den großen Wurf: Der Elmshomer hat ein Album dabei mit allen Briefmarken des Dritten Reichs. „Der Michel-Preis liegt bei 21 000“, erklärt er, für 8 bis 9 000 Euro würde er es verkaufen. Der „Michel“ ist ein Briefmarkenkatalog, in dessen diversen Ausgaben so gut wie alle Briefmarken der Welt verzeichnet sind, inklusive Wertangaben.

Diese Preise bezahlt allerdings niemand, sagt Kieblich, üblich seien Kurse um die 30 Prozent der Michel-Angabe. Deutschland hat Kieblich ebenfalls komplett, genauso wie sein Spezialgebiet Vatikanstaat. Dort erscheinen allerdings laufend neue Mar-
ken. Die könnte Kieblich sich quasi im Abo zuschicken lassen, um seine Sammlung stets aktuell und komplett zu haben; aber das wäre „unsportlich“, findet er: „Es ist interessanter, wenn man sich trifft und tauscht“. Darum sucht er auch immer weitere Vatikan-Marken: Die tauscht er bei Gelegenheit ein, aus seinem kompletten Vatikan-Album nimmt er dafür keine Marken heraus.

„Eigentlich bin ich Münzsammler“, sagt Kieblich, aber mehr als eine Million Briefmarken besitzt er auch: „Ich habe mein Zimmer für mich mit Regalwänden, da kommt die Frau nicht ’rein“. Kieblich sammelt „nur postfrisch“, also ungestempelte Marken.

Reinstrom hat die Marken der Bundesrepublik ebenfalls komplett, seine sind allerdings sämtlich gestempelt. Und weil er das Gebiet voll hat, sammelt er inzwischen in einem neuen: Ihm sind alle Marken willkommen, die einen Elmshomer Poststempel tragen. „Da bin ich gerade eben fündig geworden“, strahlt er: Ein Vereinskollege hat ihm welche vermacht. Zum Sammeln gehört das Jagen, findet Reinstrom: „Da ist man hinterher. Man möchte ja das, was einem fehlt, vollständig haben“. Jann Roolfs

aus den Elmshorner Nachrichten vom 06.10.2017

Jede Menge Natur aus der Presse

PREMIERE Apfelquetschertag zum ersten Mal auf dem Gelände der Klein Nordender Firma Thormählen

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KLEIN NORDENDE Der erste Klein Nordender Apfelquetschertag auf dem Gelände des Land-, Bau- und Gartenmaschinenunternehmens Thormählen war ein Erfolg -oder wie es die Vorsitzende der Landfrauen Martina Kleinwort formulierte: „Sigrid und Jürgen Thormählen haben eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt. Interessante Aussteller, sehr gute Organisation. Es macht uns viel Spaß dabei zu sein!“

Der Stand des Landfrauenvereins Nordende und Umgebung mit den selbst gebackenen Torten und Kuchen
war während der Veranstaltung ebenso umlagert, wie der Grillstand des Spielmannszugs. Darüber hinaus lebte der Apfelquetschertag von seiner ganz eigenen Atmosphäre: Kunsthandwerk untergebracht in Werkstatt-und Verkaufsräumen, in der Scheune sowie auf dem befestigten Innenhof der Firma Thormählen. Beste Voraussetzungen also, auch dem einen oder anderen Regenschauer zu trotzen und das vielfältige Angebot des Kunsthandwerkermarktes zu genießen.

Die Auswahl der Stände brachte Organisatorin Sigrid Thormählen viel Lob von den Besuchern ein. Ob Keramik oder Gartendekoration und Informationen rund um die Honigbiene oder handgefertigte Schokolade, ob lebendiges Handwerk oder zarte Seidentücher, für jeden Geschmack war etwas dabei.

en 051017bIm Mittelpunkt stand die mobile Apfelpresse, die in diesem Jahr auf Grund der schlechten Apfelemte, etwas weniger ausgelastet war. Sichtlich Spaß während des ersten Klein Nordender Apfelquetschertags hatten Ilka und Thies Früchtnicht. Sie waren nicht mehr als Veranstalter dabei, sondern „nur“ mit ihrem Apfelstand. Bei frischen Äpfeln, Apfelsekt und vielem mehr konnten sie zahlreiche Bekannte aus Seester und Seestermühe begrüßen. „Hier in Klein Nordende kann der Apfelquetschertag weiter wachsen. Hier gibt es viele Möglichkeiten, die Kunsthandwerkerstände und auch verschiedene Sitzgelegenheiten unter Dach unterzubringen. Die Stände, die auf dem Hof stehen, versinken nicht im Matsch. Beste Voraussetzungen für die Veranstaltung“, so Früchtnichts. So mancher Feuerwehrmann aus Seester, der den Klein Nordender Apfelquetschertag besucht, merkte schmunzelnd an: „Das ist der erste Apfelquetschertag, bei dem ich keinen Dienst habe.“

Am Ende des ersten Klein Nordender Apfelquetschertages zogen Sigrid und Jürgen Thormählen ein durchweg positives Fazit und sagten: „Das machen wir im kommenden Jahr wieder. Unser nächster Klein Nordender Apfelquetschertag findet am Sonntag, 14. Oktober, statt.“    Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 05.10.2017

Aus dem Leben eines Lokalpolitikers

EHRENAMTSALLTAG Andreas Kamin ist Kulturausschuss-Vorsitzender in Klein Nordende / Ein Posten, der viel Engagement erfordert

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KLEIN NORDENDE Immer schwerer wird es, Menschen für die aktive Mitarbeit in der Politik zu begeistern. In einigen Gemeinden gelingt es nicht einmal mehr den großen Volksparteien, ihre Listen für die Wahlen mit Kandidaten zu füllen. Dabei können Bürger gerade auf kommunaler Ebene viel gestalten und die Zukunft ihrer Heimat mitbestimmen.

Einer von denen, die sich auf lokaler Ebene politisch engagieren, ist Andreas Kamin. Mit seinen 50 Jahren zählt der SPD-Chef aus Klein Nordende eher zu den jüngeren Menschen in einem politischen Ehrenamt. Kamin ist zweiter stellvertretender Bürgermeister seiner Gemeinde, sitzt im Bauausschuss und im Zweckverband, und ist Vorsitzender
des Kultur- und Sportausschusses. Geld bekommt er für sein Engagement nicht. „Lediglich der Bürgermeister erhält eine Aufwandsentschädigung“, erklärt Kamin.

Seit der jüngsten Kommunalwahl 2013 gehört er der Klein Nordender Gemeindevertretung an. Kamin ist verheiratet und Vater zweier Söhne. Hauptberuflich arbeitet er als Betriebsorganisator bei der Sparkasse Elmshorn. Ein Job, der auch für seine politische Arbeit von Vorteil ist, denn gute Organisation gehört dazu, um alle Ämter unter einen Hut bekommen zu können.

„Wie viel Zeit ich für die Politik investiere, habe ich nie nachgerechnet“, sagt Kamin. Insbesondere das Amt des Kulturausschuss-Vorsitzenden sei zeitintensiv. Das Töverhuus-Programm muss erstellt werden, ebenso der Gemeindeterminkalender. Außerdem wollen der Neujahrsempfang, das Erntedankfest, die Spiele im Dorf und der Volkstrauertag organisiert sein. Und in diesem Jahr mussten obendrein die Feierlichkeiten zum 150-jährige Gemeindejubiläum koordiniert werden. Genauso wie der alle fünf Jahre statt-fmdende Emteumzug.

„Ich hätte nicht gedacht, dass die Arbeit in der Politik so viel Zeit kostet“, gibt Kamin zu. Auf die Frage, warum er sich ausgerechnet den Posten des „Kulturvorsitzenden“ ausgesucht habe, erklärt er: „Da spielt die Parteipolitik im Gegensatz zu anderen Ausschüssen keine Rolle.“ Außerdem sei er generell kulturinteressiert.

„Ich kann auch mal Nein sagen“, versichert Kamin - um gleich anzufügen: „Öfter wäre besser, wenn man ehrlich ist.“ Was er sich wünscht wären mehr Menschen, die sich auf kommunaler Ebene einbringen. „Mehr aktive Mitarbeit wäre schon schön“, sagt er. Insbesondere jüngere Mitstreiter seien herzlich willkommen. Allein schon, damit man bei den diversen Festen „mal jemanden zum Anpacken hat“. Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 30.09.2017