Nach dem Aufruf in unserer Zeitung beginnt eine Geschichte wundersamer Dinge mit den Worten:

„Ilse, sie haben deinen Ring gefunden!“

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(Klein Nordende/Kollmar/Hohenaspe/ su) Es ist ein Mittwochvormittag im kühlen Februar 2019. Das seit über 60 Jahren verheiratete Paar Ilse und Emst Heinrich Kölln macht sich auf zu einem Trip an den Elbdeich bei Kollmar - das machen die Köllns re­gelmäßig und gern, schließlich ist der 86-Jährige lange Zeit zur See gefahren und auch seine Ehefrau durfte früher hin und wieder für einige Wochen mit an Bord. Auf dem Parkplatz vor dem Fährhaus zieht Ilse Kölln ihren Hand­schuh aus, und dabei muss es dann passiert sein - der Ehering rutscht ihr vom Finger. Sie selbst bemerkt es zu diesem Zeitpunkt gar nicht. Zu Hause dann das böse Erwachen - der Ring ist weg. Alles wird abgesucht, wieder und wieder, Das Symbol ihrer langen Liebe bleibt aber verschwunden.

Dann liest Ehemann Emst Heinrich wenig später im Wohnzimmer die Holsteiner Allgemeine und ruft plötz­lich: „Ilse, sie haben deinen Ring gefunden!" Wie der Ring in die Zei­tung kam?

Finderin kommt aus Hohenaspe

Am Freitag, 22. Februar 2019, - „das zweite Wunder", so Ilse Kölln, schließlich lag der Ring also schon einige Tage an Ort und Stelle - macht sich haz 190323bMaike Dudde aus Hohenaspe auf nach Kollmar, um an der dortigen „Wolfsdemo“ teilzu­nehmen, nicht ohne danach auch noch einen Ausflug zum Strand zu unternehmen. Auf dem Parkplatz findet sie den Ehering und beschließt, mit unserer Zeitung Kontakt aufzunehmen. Wir veröffent­lichen die Suche nach der Besitzerin am 6. März - und erwähnen das im Ring zu se­hende Datum, 26.10.56, und, dass auch der Name eines Mannes zu lesen ist. „Das ist das nächste Wunder in dieser Geschichte", schwärmt Ilse Kölln. Denn, selbst wenn Familienangehö­rige, Freunde oder Bekannte die Suchmeldung auch ge­lesen hätten - vermutlich wäre niemand auf die Idee gekommen, dass es sich um ihren Ring handelt. Denn in dem Schmuckstück ist nicht das Hochzeits-, sondern das Verlobungsdatum des Paares zu lesen - und das weiß außer den Köllns vermutlich nie­mand.

Ehepaar Kölln ist über diese wundersame Verkettung der Dinge einfach sehr, sehr dank­bar. „Es geht mir ja nicht um den Goldwert“, so Ilse Kölln weiter. „Es war einfach emotional ein echter Verlust für mich - nach über 60 Jahren Ehe.“ Sie erinnert sich gut noch an Szenen der Suche zuvor Ein Enkel wurde eingespannt, die Hecke im Vorgarten noch abzusuchen, als er das Paar mit dem Auto abholte („Wenn da etwas blitzt, ist es mein Ring!“). Im Haushalt galt höchste Alarmstufe: „Wenn hier gesaugt wird und es klötert, dann ist es mein Ring!“

Kürzlich haben sich die Initiatorin und das Ehepaar Kölln getroffen und der Ring ist wieder nach Klein Nordende zurückgekehrt.
So konnten sich Köllns auch persönlich bei Maike Dudde für alles bedanken. Auch wir von der Zeitung sind froh, dass es Wunder anno 2019 noch gibt und wün­schen dem Paar alles Gute für die Zukunft! Sascha Urbatzka 

Holsteiner Allgemeine Zeitung, 23.03.2019