Rückkehr zur Sachlichkeit gefordert

300 Gäste beim Neujahrsempfang in Klein Nordende

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KLEIN NORDENDE Wenn die Gemeinde Klein Nordende zum Neujahrsempfang ein­lädt, bleibt selbst in der gro­ßen Bürgermeister-Hell-Halle kein Platz mehr frei. Etwa 300 Gäste folgten in diesem Jahr der Einladung - wohl auch, um die erste Ansprache des neuen Bürgermeisters Adolf Luitjens zu hören. Der bedankte sich dann auch gleich bei seinem Vorgänger Hans-Barthold Schinkel, der im Mai 2018 nicht mehr zur Kommunalwahl angetreten war. Auch 2019 wolle man zu­sammen aktiv das Dorf vo­ranbringen, forderte Luitjens mit Blick auf den jüngsten Flyer-Zwist (wir berichte­ten) Einigkeit unter den Ge­meindevertreter ein.

Nach der Auseinanderset­zung um die Info-Broschüre der Wählergemeinschaft, der auch Luitjens angehört, und dem Antworts-Fyler der drei anderen im Dorfparlament vertretenen Fraktionen sei es nun an der Zeit, „zur Sach­lichkeit zurückzukehren“.

Wichtige Themen stünden in den kommenden Monaten zuhauf an. So beispielsweise der Breitbandausbau in den Außenbereichen. Es gelte, in
Sachen Digitalisierung Schritt zu halten. An einem Infostand in der Sporthalle konnten sich Interessierte über Details informieren. Er­hebliche Schäden seien bei der Kontrolle des örtlichen Schmutz- und Regenwasser­netzes festgestellt worden, sagte Luitjens. Im ersten Schritt solle jetzt die Kanali­sation unter der Schulstraße für etwa 400 000 Euro saniert werden. Die Reparatur der Regenwasserleitungen müsste dabei die Gemeinde zahlen, das Geld für die In­standsetzung der Schmutz­wasserkanäle müssten die Bürger aufbringen. Wobei sich die Gemeinde das Geld über einen langen Zeitraum hinweg von den Nutzem zu­rückholen werde. Hohe Ein- mal-Kosten kämen nicht auf die Einwohner zu.

Langsam aber sicher in die heiße Phase geht es beim Baugebiet am Ziegeleiweg. Bis auf zwei seien inzwischen alle Grundstücke reserviert, sagte Luitjens. Noch in die­sem Jahr solle gebaut wer­den. Die Vergabe der Grund­stücke solle „zeitnah erfol­gen“, vermutlich noch im Ja­nuar oder Anfang Februar. Etwas tun will die Gemeinde auch gegen das Insektensterben. Um das Verschwinden von Bienen und Co. einzu­dämmen, sollen Blühstreifen angelegt werden. Klein Nor­dendes Bürgermeister rief die Bürger auf, die Aktion durch das Ausbringen ent­sprechender Saat auf priva­ten Flächen zu unterstützen.

Mit Blick auf den Wunsch vieler Menschen, möglichst immer alle Projekte sofort umzusetzen zu wollen, sagte Luitjens: „Backen Sie 2019 lieber kleinere Brötchen und seien Sie realistisch“.

Die Organisation des Empfangs lag in den Händen der Kulturausschussmitglieder. Dessen Vorsitzende Susanne Schlüter eröffnete dann auch den Vormittag. In ihrer Be­grüßungsrede bedankte sie sich für die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer in Klein Nordende, ohne deren Engagement das vielfältige Vereinsleben nicht möglich wäre.

en 190114bFür die gerade gegründete Geschichtswerkstatt würde noch Material gesucht. „Die Originale bekommen Sie na­türlich umgehend zurück“, betonte Schlüter. Als Gast­redner begrüßen durfte die Gemeinde Werner Schön (Foto). Der Bürgermeister der Partnerge­meinde Zempin auf Usedom schaut regelmä­ßig zum Klein Nordender Neujahrsempfang vorbei und ist ein gern gesehener Gast. Für den guten Ton sorgte Musiker Kristofer Vio, und der neue Gemeindefotograf Peter Warncke steuerte zahl­reiche Bilder bei, die an den Wänden der Hell-Halle in Augenschein genommen werden konnten. Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 14.01.2019