Sorge um die Zukunft des Dorfes

Bürgerforum Klein Nordende: Offener Brief an die Gemeindevertreter

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KLEIN NORDENDE Im Mai 2015 stellten Vertreter des Bürgerforums Klein Nordende ihr Ortsentwicklungskonzept der Öffentlichkeit vor. Unter anderem sprach sich das Forum für eine „bedarfsgerechte und moderate Siedlungsentwicklung“ mit „ortsüblichen Bebauungsformen und -dichten“ aus. Nun schickten Vertreter des Forums einen offenen Brief an die Gemeindevertreter. „Durch die fortgesetzte Ausweisung von Baugebieten büßt Klein Nordende immer mehr Grün, Natumähe, Dörf-lichkeit und Ruhe ein“, heißt es darin. „Die Frage ist: Wie sieht eine Ortsentwicklung aus, die die vorhandenen Vorzüge des Ortes sichert und weiter entwickelt?“

Die Zukunft des Ortes solle nicht „einer Nachfrage nach Bauplätzen überlassen werden“. Stattdessen sollten „gezielte Projekte“ umgesetzt werden, dazu gehöre auch, „dass endlich erschwinglicher Wohnraum für Klein Nordender Senioren geschaffen wird“. Es müssten „Alternativen zum Flächenverbrauch, aber auch zu einer unreflektierten Wachstumsforderung gefunden werden“. Das Bürgerforum fordert die „professionelle Erstellung eines Ortsentwicklungskonzeptes“, an dessen Erarbeitung sich neben den Gemeindevertretem auch Bürger, Gewerbetreibende, Vereine und Verbände beteiligen können. Begleitet werden solle die Konzepterarbeitung von einem „fachkundigen Planungsbüro“.

In signalroter Schrift ist als eine Art Fazit zu lesen: „Wir fordern die zukünftige Gemeindevertretung auf, in 2018 ein Ortsentwicklungskonzept in die Wege zu leiten und erst nach dessen Fertigstellung über die Realisierung weiterer Baugebiete zu entscheiden.“ „Wir haben den offenen Brief 1500 Mal gedruckt und im Ort verteilt“, sagt Jörne Diedrichsen vom Bürgerforum.

Vertreter des Forums treffen sich seit dessen Entstehung in unregelmäßigen Abständen, um sich abzustimmen. 16 Bürger umfasst der Kreis aktuell. Mit dabei sind Vertreter der örtlichen Wählergemeinschaft, der CDU, der SPD und der Grünen. Alle bemängeln, dass das Ortsentwicklungskonzept, das das Forum einst erarbeitet hat, „in der Schublade verschwunden ist“, wie es Diedrichsen ausdrückt. Auch auf den offenen Brief habe es - neben dem
Nabu - nur eine Rückmeldung gegeben. Die stamme von SPD-Chef Andreas Kamin, der den Inhalt des Briefes gelobt habe. Trotz der überschaubaren Resonanz will das Forum weiter darauf hinwirken, dass Klein Nordende keine „gesichtslose Vorstadtsiedlung von Hamburg“ wird, wie es im offenen Brief heißt. Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 11.05.2018

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