Ein Paradies für Markensammler

Briefmarken-Großtauschtag in Klein Nordende / Hobby lockte vor allem Männer der Generation „Ü 50“ in die Feuerwache

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KLEIN NORDENDE Still war es in Klein Nordendes Feuerwache. So still, dass man die sprichwörtliche Stecknadel hätte fallen hören können. Wenn sich Briefmarkenfreunde treffen, ist Ruhe oberstes Gebot. Der Brief-marken-Sammler-Verein Elmshorn hatte zum Großtauschtag eingeladen. Sechs Stunden lang wurden Marken begutachtet, getauscht und gekauft.

Mittendrin im stillen Gewusel: Der Vereinsvorsitzende Jürgen Reinstrom. „Klasse, dass so viele Sammler gekommen sind“, freute er sich über 45 Anbieter und unzählige Briefmarkenfreunde, die zum Stöbern und Staunen vorbeischauten.

An langen Tischreihen hatten sich die Sammler positioniert. Alben lagen stapelweise zur Einsicht bereit. Außerdem hatte eine Elmshomer Familie ihre Sammlung dem Verein zur Auflösung übergeben. „Der Erlös Höhe von 462 Euro kommt der Elmshomer Tafel zu Gute“, erklärte Reinstrom. Die ersten Interessenten hätten schon eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung vor der Tür gestanden, um sich daraus die wertvollsten Marken zu sichern.

en 180410bEin Blick in die Runde der Anbieter reichte aus, um zu erkennen, dass die große Mehrheit der Markensammler ein wenig in die Jahre gekommen ist. „Wir sind fast alle 50 plus“, umschrieb Reinstrom diese Tatsache. Und Briefmarken scheinen vorrangig ein männliches Hobby zu sein. Kaum eine Frau war unter den Sammlern auszumachen.

Die kamen aus allen Teilen Schleswig-Holsteins und Hamburg nach Klein Nordende. „Wir haben hier Anbieter aus Eiderstedt, Kiel und der Nähe von Rendsburg“, wagte der Vereinsvorsitzende einen Blick in die Reihen. Zu bestaunen gab es thematisch so ziemlich alles, was die Herzen von Briefmarkensammlern höher schlagen lässt. Marken aus der Bundesrepublik und der Zeit der Weimarer Republik waren an fast jedem Tisch zu finden. Doch auch europäische Marken fanden ihre Abnehmer. „Und viele Briefmarkenfreunde sammeln Motive“, erklärte Reinstrom, der sich selbst einer seltenen Nische verschrieben hat. „Ich sammele Marken aus den deutschen Kolonien“, verriet er. Ein „kleines und überschaubares Sammelgebiet“, aber auch eines, das nicht überall im Angebot ist. „Ich habe heute noch nichts für mich entdeckt“, gab Reinstrom zu.

Die Szene der Markensammler ist zu einem überschaubaren Kreis geworden, in dem zwar nicht jeder jeden kennt, aber „gut die Hälfte hier habe ich schon mal gesehen“, sagte Reinstrom. Dass fast jeder zweite Besucher ein „neues Gesicht“ sei, wertete er als gutes Omen. Schließlich soll es auch in Zukunft noch Briefmarken-Großtauschtage geben. Der nächste ist für den 30. September geplant. Dann trifft sich die Szene im Klein Nordender Gemeindezentrum. Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 10.04.2018