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„Es waren 15 schöne Jahre“

Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel kann sich eine Mitarbeit im Bauausschuss vorstellen

KLEIN NORDENDE Seit 15 Jahren ist Hans-Barthold Schinckel Bürgermeister von Klein Nordende. Während des Neujahrsempfangs in der Sporthalle kündigte er offiziell an, für das Ehrenamt nicht wieder kandidieren zu wollen - und erhielt stehende Ovationen von den über 200 Gästen. Hör- und Sichtbares Zeichen, dass Schinckel in seiner Regentschaft viel im Ort bewegt hat und meist den richtigen „Draht“ zu den Bürgern fand.

en 180407Bei der anstehenden Kommunalwahl am 6. Mai müssen sich Klein Nordendes Einwohner nach einem neuen Bürgermeister umsehen. Gewählt wird der dann während der konstituierenden Sitzung, die für den 14. Juni geplant ist. Ganz in den politischen Ruhestand will sich Schinckel allerdings noch nicht verabschieden. „Ich kann mir vorstellen, als bürgerliches Mitglied weiter mitzuarbeiten, beispielsweise im Bauausschuss.“ Mitglied der Gemeindevertretung dürfte Schinckel im Juni nicht mehr sein. Auf der Liste findet man ihn auf dem 23. und letzten Platz. „Ganz bewusst“, wie er betont.

Über Erfahrung verfügt der 68-Jährige nach 15 Jahren als Bürgermeister reichlich. Seit der Kommunalwahl 2003 bekleidet er das Amt. Wobei er einst „mit wenig Vorlauf“ den Posten übernahm. Im Juli 2000 trat er in die örtliche Wählervereinigung ein, der er seither angehört. Seit 2003 sitzt er im Dorfparlament. Von Beginn an als „Chef“.

Seine drei Legislaturperioden bezeichnet Schinckel als „unterschiedliche Jahre“. Unverbraucht sei er 2003 ans Werk gegangen. Mit Erfolg, wie die über 70 Prozent Wählerzuspruch zeigen würden, über die sich die Wählervereinigung bei der Kommunalwahl 2008 freuen durfte. „Da haben wir unseren Lohn eingefahren“, blickt Schinckel zurück. Dann kam das Bauge-
biet Auenland - und mit ihm spürbarer Gegenwind. „Das hat uns Prozente gekostet“, gibt Schinckel zu.

Bevor der Noch-Bürger-meister in die Klein Nordender Kommunalpolitik ging, befuhr er die Weltmeere. „Ich war Kapitän auf großer Fahrt“, verrät Schinckel. Bis zum Jahr 2000 sei er zur See gefahren, für den Shell-Konzern als Tanker-Kapitän. Mit 50 Jahren konnte er in den Ruhestand gehen - und wurde flugs an ein altes Versprechen erinnert. In den 80er Jahren sei er vom Chef der Firma Uhl gefragt worden, ob er sich ein Engagement in der Wählergemeinschaft vorstellen könne. „Ja, aber erst als Ruheständler“, antwortete Schinckel damals. Kaum hatte er das aktive Arbeitsleben hinter sich gelassen, wurde er in die Pflicht genommen.

Nun also neigt sich auch dieser Lebensabschnitt seinem Ende entgegen. 15 Jahre Bürgermeister. „Unterm Strich waren es 15 schöne Jahre“, sagt Schinckel. Auch das überparteiliche Miteinander sei in den vergangenen Jahren „richtig gut geworden“. Was jetzt auf den 68-Jährigen wartet, ist sein Resthof. „Da ist viel liegen geblieben“, sagt er mit Blick auf die zurückliegenden Jahre. Einfach, weil das Bürgermeisteramt in einer 3500-Einwohner-Gemeinde „ein Fulltime-Job ist“.

Viele Tiere gibt es auf Schin-ckels Resthof nicht mehr. Ein Hund, eine Gans, zwei Zwerghühner. Das war’s. „Und so wird es wahrscheinlich auch bleiben“, sagt Schinckel. Schließlich soll die ffeiwer-dende Zeit nicht gleich wieder anderweitig verplant werden. „Meine Frau hat schon angedeutet, dass wir jetzt öfter mal verreisen können.“ Außerdem muss sein 6000-Qua-dratmeter-Grundstück in Schuss gehalten werden. Ein eigenes Schiff plant der einstige Kapitän übrigens nicht anzuschaffen. „Chartern ist einfacher“, lacht er. Und wenn er Schiffe sehen wolle, fahre er einfach an die Elbe oder ins schöne Ostfriesland. Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 07.04.2018