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Was wird aus dem Dorfladen?

Was wird aus dem Dorfladen?

Ein Jahr früher als geplant ist das Ende des alten Dorfladens in der Klein Nordender Dorfstraße gekommen. 2009 soll es im Sondernutzungsgebiet Nahversorgung Ecke Dorfstraße/Sandhöhe weitergehen.
Foto: Nelai

Klein Nordende/Westerhorn. Es war alles so schön geplant: Die Grundversorgung der Dorfbewohner sollte langfristig und nahtlos durch ein Sondernut-zungsgebiet Nahversorgung an der Ecke Dorfstraße/Sandhöhe gesichert werden.
Der alte Dorfladen in Klein Nordende, als Kernstück der Nahversorgung, sollte dabei 2009 von der Dorf straße 132 ein paar Häuser weiter in das neue Zentrum umziehen.
Diese Planung hat nun, ein Jahr vor dem Umzug, einen deutlichen Riss bekommen: Der neue Besitzer des kombinierten Wohn- und Geschäftshauses an der Dorfstraße hat allen Mietern, auch der Frischemarkt-Inhaberin Gabriele Stammerjohann gekündigt.
Lange war bekannt, dass der bisherige Eigentümer insolvent war. Das auf einen Verkehrswert von 170 000 Euro geschätzte Haus wurde Mitte April zwangsversteigert.
Wie berichtet, erhielt den Zuschlag von der Haspa als Hauptgläubiger für 117000 Euro die Baugesellschaft Westerhorn. Das Haus soll nun ohne Mieter für 155000 Euro verkauft werden.
Für die Dorfbewohner heißt das, dass ihre Grundversorgung durch den fehlenden Frischemarkt ab August für etwa ein Jahr unterbrochen wird. Schlimmer trifft es aber Supermarktinhaberin Gabriele Stammerjohann. Erst 2006 musste sie durch die lange Sanierungszeit der Dorfstraße deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen.
Jetzt müssen sie und ihre Mitarbeiterinnen sich erneut überlegen, wie sie die Zeit von August bis zum Einzug in das neue Zentrum im Jahr 2009 über die Runden kommen.
"Das muss ja alles nicht so kommen", sagte dazu Hausverkäufer Walter Bothmann den Elmshorner Nachrichten. Möglich wäre, dass der Käufer der Immobilie den Mietvertrag des Frischemarktes bis zum Umzug 2009 verlängere.
Damit sei dann auch die Grundversorgung des Dorfes durch den Dorfladen lückenlos gesichert.
Verständnis äußerte der Westerhorner über die unglückliche Lage der Frischemarkt-Inhaberin. Der Verkaufsablauf seiner Immobilie sei aber so völlig in Ordnung. Zurück wies der Makler in Medien geäußerte Kritik von der Gemeinde. Die Situation, so der Westerhorner, sei der Gemeinde lange bekannt. Auch sei ein Vertreter der Gemeinde bei der Zwangsversteigerung anwesend gewesen.
"Wenn der Gemeinde die Grundversorgung im Dorf wirklich so am Herzen liegt, dann hätte sie sich auch darum kümmern und mich ansprechen müssen", so Walter Bothmann. Das sei aber nicht geschehen.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 13.05.2008

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