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Rätselhaftes Fett im Klein Nordender Abwasser

Rätselhaftes Fett im Klein Nordender Abwasser

Grenzwert weiter überschritten. Verursacher trotz Kontroll-Messungen noch immer unbekannt.

Seit fast vier Jahren ist Bürgermeister
Hans-Barthold Schinckel dem Täter
vergeblich auf der Spur.
Foto: Nelaimischkis

Klein Nordende (ne). Die Klein Nordender plagen sich schon seit einigen Jahren mit zuviel Fett herum - im Abwasser ihrer Kanalisation. "Wir sind auf dem Weg der Besserung", lautet jetzt die hoffnungsvolle Diagnose von Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel. Aber woher das Fett komme, sei nach wie vor ein Rätsel.
Vor fast vier Jahren trat das Phänomen des zu fetten Abwassers im Dorf auf. Mit einem CSB-Wert (CSB = chemischer Sauerstoff-Bedarf) von 2028 Milligramm/Liter Fett im Abwasser lagen die Klein Nordender deutlich über dem Grenzwert von 1451 mg/1. Das übermäßig belastete Abwasser muss vom Abwasserzweckverband Pinneberg (AZV) durch zusätzliche Oxidation der organischen Stoffe besonders gereinigt werden.
Das kostet. Die Gemeinde zahlte zusätzlich für 2004 sowie für 2005 jeweils 11000 Euro. 2006 ging dann die Belastung zwar auf 1844 mg/1 zurück, liegt aber immer noch deutlich über dem Maximalwert. Kosten: 7000 Euro.
Der Bürgermeister ist nach wie vor ratlos. Wo kommt diese ungewöhnlich hohe Belastung des Abwassers her? "Wir hatten schon 2004 entsprechende Faltblätter an unsere Bürger ausgegeben, aber ohne Erfolg", so Schinckel. Zusammen mit dem AZV seien die fünf Stränge der Schmutzwasserkanalisation zum Sammler im Utweg beprobt worden. Vergebens! Alle Stränge waren gleichmäßig belastet. Hinweise auf einen Verursacher gab es nicht. Als dritte Maßnahme seien kritische Betriebe wie Gastwirtschaften und Werkstätten untersucht worden. Ergebnis auch hier gleich Null.
Die Fachfrau beim Pinneberger Abwasserzweckverband, Heike Weißmann, kann da nicht weiterhelfen. "Die Messungen", so Heike Weißmann, "wurden nur punktuell und zeitlich begrenzt durchgeführt." Da seien natürlich die Messfehler noch recht groß. Spitzen der Fettbelastungen könnten so nicht oder nur zufällig gemessen werden.
Tatsache sei aber, dass die Klein Nordender auch gegenüber anderen Dörfern einen anhaltend deutlich erhöhten Anteil organischer Stoffe wie Fett und auch Zucker sowie Eiweiß im Abwasser hätten. Standard seien in anderen Gemeinden CSB-Werte von 900 bis 1200 mg/ Liter.
Fest stehe auch, dass die problematischen Abwässer nur aus dem geschlossenen Abwassersystem des Dorfes kommen können, nicht von außen. Bleibt also nur der Weg über die Aufklärung der eigenen Bürger. "Denn", so Heike Weißmann, "letztlich müssen die Klein Nordender selbst die von ihnen verursachte Verschmutzung bezahlen."

aus den Elmshorner Nachrichten vom 02.01.2008

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