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Pressemitteilung

AKADEMIE DER GEOWISSENSCHAFTEN ZU HANNOVER E. V.
Präsident: Prof. Dr. Dr. h.c. Horst QUADE
Vizepräsident: Dr. Dipl.-Ing. Gen LEIDNER
Geschäftsführer: Prof. Dr. Ernst-Rüdiqer LOOK

P R E S S E M I T T E I L U N G

Wettbewerb "Die bedeutendsten Geotope Deutschlands"
und Auszeichnung "Nationale Geotope"

Die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e. V. rief über das Internet (www.geoakademie.de) auf, sich ab 20. März 2004 innerhalb eines Jahres an einem Wettbewerb zur Erfassung und Ausweisung der fünfzig bedeutendsten Geotope in Deutschland zu beteiligen. Wegen der großen Resonanz wurde der Wettbewerb bis zum 30. Juni 2005 verlängert. Insgesamt wurden schließlich 180 Geotope zur Bewertung und Prämierung benannt, weitaus mehr, als ursprünglich erwartet.
Eine Jury der Akademie der Geowissenschaften, bestehend aus fuhrenden Fachleuten und unter Beteiligung der Geologischen Dienste in den Bundesländern, hat im August 2005 siebenundsiebzig der eingereichten Vorschläge als bedeutendste Geotope bzw. Geotoplandschaften Deutschlands ausgewählt. Diese Geotope werden mit der gleichzeitig stattfindenden Herausgabe eines Begleitbuches zum Wettbewerb, mit dem Prädikat "Nationaler Geotop " am 12. Mai 2006 in Hannover ausgezeichnet. Im internationalen Sprachgebrauch sind das Rational Geosites".
Das heutige Bild der Erde ist eine Momentaufnahme in der mehr als vier Milliarden Jahre andauernden Entwicklung des blauen Planeten: Eine unendliche Geschichte des Werdens und Vergehens, in der Meere und Gebirge entstanden und untergingen und sich das Leben in großer Vielfalt entwickelte. Davon findet sich in allen Regionen der Erde eine Vielzahl von Zeugen, von denen die bemerkenswertesten und anschaulichsten als "Geotope" bezeichnet werden. Bei den Geotopen handelt es sich um natürliche oder vom Menschen geschaffene
Gesteinsaufschlüsse, um Landschaftsformen oder um Beispiele für das Wirken geologischer Kräfte oder um die Spuren des vorzeitlichen Lebens.
Sie können in ihrer natürlichen Umgebung erhalten sein oder sie sind in eine Landschaft eingebettet, die geprägt ist von der kulturtechnischen Tätigkeit des Menschen, von der Nutzung durch Land- und Forstwirtschaft, durch die Gewinnung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe oder durch bautechnische und sonstige industrielle Erschließungen. Geotope sind oft gleichzeitig natürliche Reservate für Tiere und Pflanzen, die einen besonderen geologischen Untergrund, Boden oder ein besonderes Mikroklima für ihr Fortbestehen benötigen.
Geotope sind besonders faszinierend, wenn an ihnen natürliche Phänomene, wie z. B. Abtragungs- und Aufschichtungsmerkmale, Strukturausbildungen oder Absonderungsformbildun-gen, in einmaliger Weise erhalten und ablesbar sind und sie als Dokumente für die Geschich-te und Entwicklung der Erde außergewöhnliche Bedeutung haben. Solche Geotope sind aus den verschiedensten Regionen der Erde bekannt und auch in Deutschland in oft einzigartiger Schönheit und Anschaulichkeit zu besichtigen.
Diese geologischen Natur Schönheiten in Deutschland der Öffentlichkeit nahe zu bringen, hat sich die Akademie der Geowissenschaften zu einer ihrer Aufgaben gemacht. Denn das Naturerbe der Erde zählt zu den höchsten Gütern, die den Menschen gleichsam leihweise überlassen sind. Um mit ihnen pfleglich umzugehen und sie für künftige Generationen zu bewahren, sollten möglichst viele Naturfreunde sie kennen lernen.
Die prämierten Geotope sind besonders auffällige und außergewöhnliche geologische Sehenswürdigkeiten, oft von spektakulärer Entstehung und vor allem öffentlich zugänglich. Einige von ihnen empfehlen sich zur Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterbestätten, wie zum Beispiel das Wattenmeer an der Nordseeküste oder das Nördlinger Ries. Andere, wie die Fossilienlagerstätte Grube Messel bei Darmstadt, das Bergwerk Rammeisberg bei Goslar und das Mittelrheintal sind oder gehören bereits zu UNESCO-Welterbestätten. Geotope von rein wissenschaftlicher Bedeutung, wie zum Beispiel Fundsteilen seltener Fossilien, Mineralien oder Gesteinsabfolgen blieben bei den Wettbewerbsentscheidungen unberücksichtigt, da sie eines besonderen Schutzes bedürfen und für die touristische Öffentlichkeit ungeeignet sind.
Der Wettbewerb zeugt von der bisher in Deutschland nicht gekannten "Faszination Geologie". Die Akademie möchte mit diesem Wettbewerb dazu beitragen, das Bewusstsein in der Öffentlichkeit dafür zu wecken, in welcher Fülle die deutschen Landschaften reich an ein-zigartigen und sehenswerten Zeugnissen ihrer geologischen Vergangenheit sind.
gez. Ernst-R. Look


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