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Klein Nordende: Zum Unterricht im Gänsemarsch

Der "Runing Bus" aus Lieth: Schüler gehen zusammen mit "Busfahrerinnen" von den entlegenen Parkplätzen zur Schule. Haltende Autos vor der Schule gehören so der Vergangenheit an. Foto: Gerd Nelaimischkis


Eltern verhalten sich verkehrswidrig. Die Folge: Klein Nordende fördert Running-Bus-Projekt und Kiss-and-Go-Maßnahme

Von Gerd Nelaimischkis

Klein Nordende (ne). Wer das Chaos bei der Feuerwehrübung auf der Schulstraße zwischen Grundschule und Feuerwache im November 2005 erlebt hatte, traut jetzt seinen Augen nicht. Damals hatten Mütter mit ihren Autos morgens - wie gewöhnlich - ihre Kinder zur Schule gebracht und versperrten mit ihren geparkten Autos Straße und Feuerwehrausfahrt. Nichts ging mehr. Heute ist kaum noch ein Auto zu sehen. Die Kinder kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Eine Ursache dieser Wende ist Ursula Francke. Die Schulleiterin steht jeden Morgen ab sieben Uhr an der Schulhofauffahrt. Das hilft. "Und wenn Eltern oder Kinder sich trotzdem noch falsch verhalten, setze ich meine ausgediente Polizeimütze auf. Das hilft dann garantiert", sagt Ursula Francke.
Unterstützung erfährt sie durch Garsten Wegner. Wenn der Polizeiverkehrslehrer sich morgens dazu stellt, läuft alles vorbildlich. Vor allem parkt dann garantiert kein Erwachsener mehr im Halteverbot.
Als besondere und noch spaßige Maßnahme zur Beseitigung der Verkehrsmisere vor der Schule, haben Lehrkräfte, Elternbeirat, Polizei, Schulverband und Gemeinde das Projekt "Running Bus" gestartet. Jeweils einige hundert Meter von der Schule entfernt sammeln sich die Kids an vier "Haltestellen" (Parkplätzen). Sie gehen ("Running") von Müttern, die eine orangefarbige Weste und ein Schild mit dem Hinweis "Busfahrerinnen" tragen, in Gruppen ("Bus") von den Parkplätzen zur Schule. Damit noch ein bisschen mehr Spaß aufkommt, hat jeder Schüler eine Fahrkarte, die beim Eintreffen an der Schule entwertet wird.
"Das klappt alles sehr gut", freute sich "Busfahrerin" Ulrike Weers. Das bis Ende des Jahres angesetzte Projekt "Running Bus" entwickle inzwischen sogar eine Eigendynamik. Im Auto zur Schule gebrachte Kinder seien neidisch, so die Mutter und Vorsitzende des Schulausschusses, wenn sie nicht im "Bus" dabei sein dürften.
Gemeinsam vor der Schule eine erträgliche Verkehrssituation zu schaffen, sei eine schöne Sache, meint auch der Bürgermeister. Ergänzend zu den Maßnahmen, so Hans Barthold Schinckel, würden die 30 Jahre alten Rabatten vor Schule und Feuerwache entfernt. Statt der Engpässe soll vor der Schule in den Sommerferien ein "Kiss-and-Go"-Haltestreifen für Autos und ein weiterer 2008 vor dem Ehrenmal entstehen, um den Straßenverkehr bei Ankunft und Abholen der Schüler flüssig zu halten, die nicht mit dem " Bus" unterwegs sind. Kosten der "Kiss-and-Go"-Maßnahme 35 000 Euro.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 09.05.2007

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