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Klein Nordende lehnt Regenwasserspeicher ab

Klein Nordende lehnt Regenwasserspeicher ab

Bürgermeister: Elmshom verursacht hohe Einleitung von Regenwasser.
Grund für stark verschmutztes Abwasser weiter unklar.

Von Gerd Nelaimischkis


Die Mitglieder des Klein Mordender Umweltausschusses, darunter
(v. I.) Jens ßubat, Henner Aue, Jan-Mirko Hamke, Vorsitzender
Dr. Jan Heilmann, Florian Schinckel, Walter Kulass und Bürgermeister
Hans-Barthold Schinckel, befassten sich mit Abwasserproblemen
des Dorfes. Foto: Gerd Nelaimischkis

Klein Nordende (ne). Seit 2003 plagen sich die Verantwortlichen der Gemeinde mit extrem hohen Fett- und Schmutzbelastungen ihrer Abwässer herum. Die Klärung dieser Verschmutzungen durch den Abwasser-zweckverband Pinneberg (AZV) ist machbar, kostet nur Jahr für Jahr gutes Geld. Die Verursacher sind bisher unerkannt geblieben.
"Statt der üblichen acht Messungen im Jahr haben wir 2007 16 Messungen vom AZV durchführen lassen", sagte Vorsitzen-
der Dr. Jan Heilmann im Umweltausschuss. Mal seien die Messungen völlig in Ordnung, mal nicht. Auch sei das Auftreten nicht von Wochenenden oder Jahreszeiten abhängig. Es passiere irgendwann, so der Vorsitzende.
Wie in den Vorjahren waren 2007 bei den Messergebnissen wieder gewaltige Ausreißer bis zu einem CSB-Wert (CSB: der chemische Sauerstoffbedarf, der zum Reinigen des Abwasser von organischem Schmutz notwendig ist) von 11 000 dabei. Im Durchschnitt hat Klein Nordende 2007 einen Wert von 2200 erreicht. Der AZV-Grenzwert liegt bei 1400, der Durchschnittswert bei den AZV-Gemeinden zwischen 500 und 800 CSB. "Es ist unglaublich, aber Fett und Schmutz treten sogar in Klumpen im Abwasser auf", erklärte Bürgermeister Hans-Barthold Schlnckel.
Intensivere Messungen zur Ermittlung des Verursachers wären wünschenswert. Aber jede Messung koste 300 Euro. Das sei nicht machbar.
Bisher hat die Gemeinde die Kosten aus ihrer Kasse bezahlt. Das sei langsam nicht mehr tragbar, so Schinckel. Es müssten die Abwassergebühren erhöht werden. Das würde den Klein Nordendern mit den niedrigsten Gebühren im Kreis Pinneberg von 1,64 Euro/Kubikmeter zwar nicht weh tun, aber es müsse trotzdem der Verursacher gefunden werden, so Hans-Barthold Schinckel.
Zweites Problem in Sachen Abwasser sind die großen Zwischenspeicher für Extremregenfälle, die der AZV außer in Moorrege auch in Klein Nordende bauen will. Die Gemeinde hat sich gegen den Bau ausgesprachen. So sei Klein Nordende nur wegen des günstigsten Grundstückspreises ausgesucht worden, nannte Jan Heilmann ein Gesprächsergebnis mit dem AZV. Streitpunkt bleibe, ob der offene Regenspeicherbehälter stinke oder nicht.
Unbeantwortet sei - wie bei der Fettbelastung des Abwassers - auch hier die Frage nach dem Verursacher. Die Klein Nordender sehen in Elmshorn den Verursacher, der AZV verweist auf die Gemeinden im nördlichen Umland.
Wenn die Aussagen der Elmshorner wie die der Umlandgemeinden richtig seien, dass alle kein Regenwasser in die AZV-Kanäle leiten würden, seien die Speicher überflüssig, so Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel. "Eine recht undurchsichtige Sache. Wir können erstmal nur abwarten", so Schinckel.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 25.01.2008

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