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Hier wird der Natur geholfen

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Otto Schinkel, Vorsitzender des Betreuungsvereins Liether Moor, inmitten von Schilf und Rohrkolben im Moor, Mitglieder des Vereins schufen tiefe Kleingewässer, damit Amphibien auch im Sommer überleben. Jetzt nimmt der Verein ein Großprojekt in Angriff: Im zugehörigen Seestermüher Moor wird ein großes Feuchtbiotop entstehen - mit 2500 Quadratmeter großem Gewässerund Aussichtsturm für Naturfreunde. Begonnen wird Ende dieses oder Anfang nächsten Monats.

Aussichtsturm mit Blick auf Moor und See

Betreuungsverein Liether Moor schafft neues Refugium

(Klein Nordende/rs) Moor entsteht nur unter Sauerstoffabschluss. Wer Moor schaffen möchte, braucht Nässe - und Geduld. Denn es wächst pro Jahr nur um einen Millimeter. Doch Ausdauer hat der im Jahr 2001 gegründete Betreuungsverein Liether Moor. Systematisch kauft der Zusammenschluss, dem heute bereits 141 Mitglieder angehören, Flächen vor allem im Seestermüher Moor, das Teil des Liether Moores ist, auf. Grundstücke, die für die Landwirtschaft weniger interessantsind, aber in hochwertige Biotope zurückverwandelt werden können.


Rückzugsraum für die Natur im
Liether Moor. Foto:Strandmann

2002 vernässte der Verein eine rund vier Hektar große Fläche im Seestermüher Moor, im selben Jahr bauten die Mitglieder sechs tiefe Kleingewässer im Biotop Hansen, damit Amphibien, die in benachbarten Flachgewassernleben, auch trockene Sommer überstehen können. Im Jahr darauf folgte die Anlage eines 1200 Quadratmetergroßen Biotopgewässers mit einem 350 Meter langen Knickwall.
Das größte Vorhaben steht aber bevor. Im Seestermüher Moor, einer alten Bucht der Ur-Elbe, will der Verein Ende Juli/Anfang August in der Nähe des Moordamms ein 2500 Quadratmeter großes Biotopgewässer ausheben. Es soll Mittelpunkt einer künftigen, knapp drei Hektar großen Feuchtzone werden. Zudem sollen bestehende Gehölze in den höheren Zonen durch Aufforstungen miteinander verbunden werden. "Die Pläne", sagt Schinkel, "sind mit der Naturschutz- und Wasserbehörde abgestimmt und genehmigt." Der Erdaushub des Gewässers wird für die Anlage eines 360 Meter langen und mehrere Meter breiten, begehbaren Damms genutzt, der als Trockenfläche seinerseits ökologischen Wert hat.
Clou aber wird ein Aussichtsturm für Naturfreunde im Bereich des Moordamms, von dem aus Beobachtungen des neuen Gewässers, der Feuchtzone und der Binsenlandschaft des Seestermüher Moores möglich sind. Er soll 2009 errichtet werden. Dem Betreuungsverein, der eng mit örtlichen Landwirten kooperiert, gehören heute 23 Hektar des rund 100 Hektar großen Kerngebiets des Liether Moores.

aus der Holsteiner Allgemeinen Zeitung vom 09.07.2008

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