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Fußball als Brettspiel: Zwei Klein Nordender erfinden „Toor...!!!“

Hartwig Sievers entwickelte zusammen mit einem Partner das Brettspiel „Toor...!!!". In Eigenarbeit stellten sie 150 Exemplare her, die sie privat verkaufen wollen. Foto: Sievers

(Klein Nordende/jhf)

Auf das Spielbrett sind ein Fußball­feld und ein Schachbrettmus­ter aufgedruckt. Jeder Spieler hat einen Würfel und elf Figuren. Diese soll er stra­tegisch klug über die Felder bewegen, um in zweimal 45 Minuten einen Playmobil- Ball möglichst oft im gegne­rischen Tor zu versenken.

„Man braucht zu 80 Pro­zent Taktik“, sagt Hartwig Sievers. Der 63-jährige Ex- Klein Nordender und sein Mitstreiter Karl-Heinz Neu- nert (90) entwickelten das Brettspiel „Toor...!!!“ bereits in den i99oer-Jahre. Fast 30 Jahre lang spielten sie es nur privat. Jetzt wollen die Klein Nordender es auf den Markt bringen. „Die Zeit ist reif“, sagt Sievers.

In mühevoller Kleinarbeit bastelten sie 150 Exemplare, die sie auf Anfrage per E-Mail an toor.fussball@ gmail.com verschicken.

„Wir haben so viel wie mög­lich aus dem echten Fußball­spiel übernommen“, betont Sievers. Es gibt eine Rote und eine Gelbe Karte, Elfmeter, Einwurf, Ecke und Freistoß. Das Spiel hat es in sich. Die Erfahrung der Entwickler: Im Durchschnitt schafft man ein bis drei Tore. SEITE 6

Tipp für Taktiker: „Toor...!!!“ ist Mischung aus Schach und Fußball

(Klein Nordende/jhf)

Die Re­geln des Brettspiels „Toor...!!!“ sind ungewöhnlich: Wenn ein Spieler dran ist, darf er unter Umständen mehrere Züge machen. Über die Anzahl entscheidet der Würfel, der aber nur mit den Augenzahlen Eins bis Drei versehen ist. Der Spieler darf den Torwart pro Zug zwei Felder, die Abwehr drei, das Mittelfeld vier und die Stürmer fünf Felder weiter setzen. Wer trotz dieser Regel etwa den Verteidiger vier Fel­der weiter zieht, bekommt eine Rote Karte. Der Gegner darf dann einen Elfmeter schießen.

„Das ist kein Kinderspiel“, sagt Hartwig Sievers, der das Ge­sellschaftsspiel zusammen mit seinem Kumpel Karl-Heinz Neunert in den i99oer-Jah- ren entwickelte und jetzt zum Verkauf anbietet. Aber trotz­dem haben auch Kinder ihren Spaß daran. Sievers, der von 2003 bis 2013 für die Wähler­gemeinschaft Klein Nordende im Gemeinderat saß, spielte „Toor...!!!“ einst mit seinen Söhnen. Heute ist sein acht­jähriger Enkel Hendrik Sievers begeistert dabei.

Die Entwickler steckten viel Liebe und Kleinarbeit in das Projekt. Die Spielfiguren be­stellten sie im Internet. Unter jede klebten sie ein Centstück und Filz. „Sie stehen dadurch viel stabiler auf dem Feld als bei Mensch-ärger-dich-nicht“, sagt Sievers. Der größte Auf­wand habe darin bestanden, die Figuren mit Nummern zu bekleben. Die Bälle stammen von Playmobil. Sievers holte sich eigens die Erlaubnis ein, die Plastikvielecke für sein Spiel verwenden zu dürfen. Die Kartons ließ er sich aus Berlin liefern. „Vom Aufwand her müsste ich pro Spiel 150 Euro nehmen“, sagt Sievers. Doch er berechnet nur das Material und verkauft „Toor...!!!“ für 39,90 Euro. Für den Versand fällt Porto von 4,95 Euro an.

Die beiden Erfinder spielten in den 199 oer-J ahren gemeinsam Volleyball. Sie entdeckten, dass ihr Herz auch für Gesell­schaftsspiele schlägt. Neunert brachte die Idee für „Toor...!!!“ auf und kam damit auf Sievers zu. Monatelang steckten die Männer die Köpfe zusammen und erarbeiteten Regeln sowie Zubehör. Bereits vor 20 Jahren versuchten sie, das Spiel auf den Markt zu bringen. Aber die Verlage winkten ab. „Damals hieß es immer wieder, nur Fantasiespiele würden laufen“, berichtet Sievers. Danach boomten die PC-Spiele. Die Entwickler hoffen, mit ihrer Idee jetzt ein Tor zu landen.

Die Figuren können in jede Richtung gezogen werden, dürfen aber nicht abbiegen. Sie sind wie die echten Fußballspieler nummeriert. Der Würfel entscheidet über die Anzahl der Züge. Foto: Sievers
Holsteiner Allgemeine Zeitung, 06.03.2021

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