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Ein Verein zwischen Ehre und Ärger

Ein Verein zwischen Ehre und Ärger

Robustrinderverein erneut mit bedeutendem Preis ausgezeichnet. Doch der Ärger mit dem Kreis bleibt.

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(Klein Nordende/rs) Der Widerspruch könnte größer kaum sein. Nach dem Preis des bundesweiten Wettbewerbs "Land der Ideen" in 2011 ist der Verein für extensive Robustrinderhaltung im Liether Moor erneut mit einer namhaften Trophäe ausgezeichnet worden.

Aus den Händen der früheren Tagesschau-Sprecherin Dagmar Berghoff durfte Vereins-Chef Dieter Wichman den mit 3000 Euro dotierten ersten Preis des Hanse-Umwelt-preises für Natur- und Klimaschutz entgegennehmen.

Während der Verein überregional als Vorzeigeprojekt geehrt und geadelt wird, bereitet ihm der Kreis Pinneberg größte Probleme. Der forderte im Sommer den Rückbau von Kuhschule und Toilette im Moor - zentrale Voraussetzungen für die Arbeit des Vereins. Ein Ansinnen, von dem der Kreis laut Wichmann bis heute nicht abgerückt ist. Besonders ärgert er sich darüber, dass niemand, auch nicht aus der Politik, seiner Einladung zu einem Vorort-Termin gefolgt sei.

Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass es beim Streit um unterschiedliche Vorstellungen von Nutzungskonzepten im Moor gehen soll. Der Kreis strebt eine weitere Vernässung zur Renaturierung an. Der Robustrinderverein wiederum braucht für seine gut 25 Tiere trockenes Weideland. Das Problem: Das Konzept des Vereins war noch vor wenigen Jahren auf allgemeine Zustimmung gestoßen. Wichmann und die Vereinsmitglieder schafften daraufhin nicht nur Tiere an, sondern bauten auch Zäune, legten eine Wasserfläche an, stellten Bänke auf und vieles mehr.

Denn der Verein will mit der extensiven Bewirtschaftung durch seine Tiere nicht nur die Natur bewahren, sondern auch Schulkindern nahebringen. Dafür wurde die Kuhschule mit Bauwagen, Toilette und Sitzgelegenheiten geschaffen. Finanziert hat der Verein das durch so genannte Kuhaktien. Die "Aktionäre" sind am Fleischverkauf der Tiere beteiligt. Eine über Jahre angelegte Form der Finanzierung.

Hinter den Kulissen wird an einer Einigung im Moor-Streit gearbeitet. Eine denkbare Lösung: ein Tausch von Flächen. Damit könnte zumindest Wichmann leben, sofern diese an das vorhandene Areal angrenzen.

aus der Holsteiner Allgemeinen Zeitung vom 30.11.2013

 

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