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Klein Nordende will Fußgänger und Radfahrer schützen

Klein Nordendes Bürgermeister Adolf Luitjens vor der Wiese mit dem historischen Lohmann-Hof im Hintergrund. Foto: Strandmann

KLEIN NORDENDE / rs

Die Dör­fer werden aktiv. Sie arbeiten gezielt daran, die Lebensqua­lität zu erhöhen.

Beispiel Klein Nordende: Dort soll ein eigenes Wege­netz für Fußgänger und Radfahrer entstehen. „Schul- und Dorfstraße sind stark befahren. Wir möchten für die schwächsten Verkehrs­teilnehmer Alternativen schaffen“, sagt Bürgermeister Adolf Luitjens. Ein erstes Projekt ist bereits in kon­kreter Planung: Zwischen Rewe-Markt und Feuerwehr soll ein neuer Weg über die Lohmann-Wiese führen.

Beispiel Brande-Hömerkirchen: Dort entsteht der Wohnpark im Grünen. In kleinen Häuschen mitten im Ortskem sollen Senioren die Möglichkeit haben, sich ein­zumieten. Damit soll nicht nur ihnen das Leben im Alter erleichtert werden; die Gemeinde erhofft sich davon auch, dass Senioren im Alter im Ort wohnen bleiben und ihre - dann oft zu großen - Häuser für junge Familien freimachen.

Beispiel Klein Offenseth- Sparrieshoop: Die Gemeinde hat, auch mit viel Eigenhilfe, einen Dorfpark in ihrem Zentrum angelegt. Damit sollen Bürger die Möglichkeit der Naherholung direkt vor Ort haben. Das trägt zu sozi­alen Kontakten bei und redu­ziert motorisierten Verkehr, wenn die Einwohner die Natur vor der Haustür genie­ßen und nicht mit dem Auto ins Grüne fahren.

Sicherer Weg über die Lohmann-Wiese: Auch Ärztehaus in Planung

Bürgermeister Adolf Luitjens freut sich: Mit der Wiese bleibt ein Teil des dörflichen Charak­ters erhalten.

Mehr Wohneinheiten, mehr Ver­kehr. Nicht nur Städte, auch Dörfer leiden unter der Zunahme des motorisierten Verkehrs. In Klein Nordende arbeiten Politik und Verwal­tung deshalb daran, ein eige­nes Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. „Das ist eine Teilaufgabe, die wir aus dem Ortsentwick­lungskonzept mitnehmen“, sagt Bürgermeister Adolf Luitjens.

„Damit wollen wir vor allem die Sicherheit erhöhen.“ Ins­besondere Schul- und Dorf­straße seien stark frequen­tiert. Ein erstes Vorhaben nimmt bereits Gestalt an. „Wir planen einen Weg über die Lohmann-Wiese zwi­schen Rewe-Markt und Feu­erwehr.“ Damit würde der Schulweg für viele Kinder im Ort sicherer. Die Vorausset­zungen hat die Gemeinde be­reits geschaffen. Sie hat den Produktionsstätte für seinen Betrieb sowie ein Ärztehaus für ein bis drei Mediziner plus Apotheke.

Interessenten gebe es, so Luitjens. Auch die Kassen­ärztliche Vereinigung sei im Boot. Eine Hausarztversor­gung, eventuell mit geriatri­schem Schwerpunkt für eine älter werdende Bevölkerung, könnte sich Luitjens gut vorstellen.

Der Bachlauf über die Wiese soll renaturiert werden. Fotos: Strandmann

Der Weg über die Wiese soll in der Nähe des vorhandenen Bachs führen. Mit BUND und Grünen sei bereits vor Ort über eine ökologische Aufwertung des Bachs ge­sprochen worden. Denkbar seien etwa Geröllbetten. Die Verbindung über die Wiese soll nicht gepflastert werden, sondern der Natur zuliebe nur eine wassergebundene Decke erhalten.

Da der Weg auch von vielen Senioren genutzt werden dürfte, ist auch eine Beleuch­tung geplant. Gut möglich, dass diese, wie beim geplan­ten Radschnellweg zwischen Elmshorn und Hamburg, nur angeht, wenn sich dort jemand bewegt, um Insekten und nachtaktive Lebewesen zu schonen.

Die Förderanträge für den Weg sind bereits gestellt „Wenn die Zusagen kom­men, kann nächstes Jahr gebaut werden“, sagt Luit­jens. Mit der Errichtung des Ärztehauses rechnet er eher in zwei, drei Jahren.

Die Verbindung über die Wiese soll nur der Anfang des neuen Wegenetzes von Klein Nordende sein. „Wir schauen, ob es alte Verbin­dungen gibt, die zu Rad- oder Fußwegen umgestaltet wer­den könnten“, so Luitjens.

Am Donnerstag, 11. Novem­ber, berät der Wegeausschuss ab 19.30 Uhr im Gemeinde­zentrum, Schulstraße 3, über das Thema.

Holsteiner Allgemeine Zeitung, 05.11.2021

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