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Radschnellweg: Trasse durch das Liether Moor steht in der Kritik

Die Deutsche Bahn hat angedacht, den Übergang Lieth im Verlauf der Straße Rotenlehm in Klein Nordende dauerhaft zu schließen. Die Querung wird allerdings rege von Auto- und Radfahrern ge­nutzt, zum Beispiel von Ursula Rorato (links) und Jutta Hector aus Elmshorn. Foto: Frank

Klein Nordende/Elmshorn/Tornesch / rs

Der Radschnellweg von Hamburg nach Elmshorn führt nach aktueller Planung mitten durchs Liether Moor. Der Konflikt mit Naherholungssuchenden wie Spaziergängern ist aus Sicht von Kritikern pro­grammiert.

Mitglieder des CDU-Ortsverbands Klein Nordende sowie der Stadtverbände Elmshorn und Tornesch trafen sich mit Mitgliedern des Betreuungs­vereins Liether Moor (BV), des Vereins für extensive Robust­rinderhaltung im Liether Moor, der Jagdvereinigung Klein Nordende und Ortsbauern, mit dabei Birte Glißmann als Kreistagsabgeordnete und der scheidende Bundestagsabge­ordnete Michael von Abercron. Der CDU-Ortsverband Klein Nordende hatte das Treffen angeregt, um sich mit den Vereinen, die sich im Land­schutzgebiet Liether Moor einsetzen, über den Radschnell­weg, die künftige Erweiterung der Bahntrasse um ein 3. und 4. Gleis sowie die angedachte Schließung von Bahnübergän­gen auszutauschen. Michael Krohn von der CDU Klein Nor­dende erklärte, es seit nicht Ziel, dass am Ende alle die gleiche Meinung verträten. Wichtig sei aber, die Vorstellungen und Wünsche aller Beteiligten zu kennen.

Martin Röseke, Vorsitzender des Betreuungsvereins Liether Moor (BV), berichtete, dass sich innerhalb kurzer Zeit mehr als 450 Personen in BV-Unterschriftenlisten eingetragen hatten. Der Verein wirbt für eine Alternativtrasse, die in der Machbarkeitsstudie aber keine Beachtung fand. Gleich­wohl waren sich alle Beteiligten einig, dass die Idee eines Rad­schnellwegs richtig ist. Die Planer gehen von rund 2000 Radfahrenden aus. Krohn: „Be­reits in der Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg wird über die Möglichkeit, in Tornesch den Radschnellweg neben den neu entstehenden Gleisen an­zulegen, nachgedacht Warum sollte diese Möglichkeit nicht bis Elmshorn durchgezogen werden?“

Heftige Kritik gab es an dem von der Bahn angedachten Rückbau von Querungsmöglichkeiten, dem auch der Bahnübergang Lieth in Klein Nordende zum Opfer fiele. Eine Schließung würde große Umwege nach sich ziehen, auch für Landwirte mit großen Maschinen. Zudem hätten gerade Klein Nordender Probleme, den Radschnellweg auf der anderen Seite der Gleise zu erreichen. In Tornesch soll ein Tunnel das Problem lösen.

 

Holsteiner Alllgemeine Zeitung 16.10.2021

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