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Trauer im Ort über den Verlust des Reetdachhauses

Nur noch Reste sind vom einst stolzen Reetdachhaus-Ensemble übrig geblieben. Foto: Holweg

(Klein Nordende/rs) Es war eine bittere Nacht für Klein Nordende: Freitag zu später Stunde hat ein Großfeuer ein historisches Reetdach-Anwe­sen aus dem 18. Jahrhundert am Sandweg zerstört. Für viele Klein Nordender war es mit seinem idyllischen Garten ein Traumhaus .Die Trauer um das Ensemble im Ort ist groß.

Die Feuerwehr war mit 120 Einsatzkräften vor Ort, konnte aber nicht verhindern, dass das Wohnhaus und die dahin­ter stehende, ebenfalls Reet gedeckte Scheune, ein Raub der Flammen wurden. Noch während die Wehren die Lage erkundeten, breitete sich das Feuer so rasend schnell aus, dass das Hauptaugenmerk dem Schutz des benachbarten Gebäudes galt. Dieses zu erhal­ten gelang den Einsatzkräften. Das in Flammen aufgegangene Reetdachhaus war zum Zeit­punkt des Brandes unbewohnt; es stand für 1,6 Millionen Euro seit Längerem zum Verkauf.

Probleme bereitete den Wehren - neben der Klein Nordender waren auch Kameraden der Wehren aus Elmshorn, Seester, Uetersen und des Kreisfeuer­wehrverbandes vor Ort - die Wasserversorgung. Denn das Anwesen lag etwa 250 Meter von der nächsten größeren Straße entfernt. Mitarbeiter des DRK Elmshorn und Wedel versorgten die Einsatzkräfte.

Beide brennenden Gebäude fielen am Ende in sich zusam­men. Gegen 4.40 Uhr lautete die Meldung „Feuer aus“. Zur Brandursache gab es keine Angaben. Ob sie je ermittelt werden kann, ist angesichts der kompletten Zerstörung zweifelhaft. Auch Bürgermeis­ter Jens Jacobsen trauert um den Verlust des Gebäudes. Auf seiner Laufstrecke kam er dort regelmäßig vorbei. „Hätte ich einmal den Jackpot geknackt, hätte ich es gekauft“, sagt er.

Holsteiner Allgemeine Zeitung, 22.07.2020

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