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Radschnellweg endet in Elmshorn

Bahn prüft sogar 4. Gleis: Konflikt mit Radschnellweg?

Beispiel Niederlande: Hier verbindet ein Radschnellweg Arnheim und Nijmegen. FOTO: KREIS PINNEBERG

Eine Trasse Elmshorn - Hamburg wird gerade geplant. Fachleute rechnen damit, dass viele Bürger eine solche gut befahrbare Verbin­dung insbesondere für Teilstrecken nutzen würden, beispielsweise zwischen Tornesch und Elmshorn.

(Elmshorn/rs) Es kommt Bewegung in eine bessere An­bindung der Region an Ham­burg. Montagabend erklärte Bürgermeister Volker Hatje im Ausschuss für kommunale Dienstleister überraschend, dass die Bahn jetzt nicht nur den Bau eines dritten, sondern sogar eines vierten Gleises prü­fe. Letzteres würde die Effizienz deutlich erhöhen, weil sich damit Nah- und überregionaler Verkehr trennen ließen. Das Nadelöhr wäre beseitigt.

Die positive Nachricht hat je­doch auch eine Kehrseite: Ein weitgehend kreuzungsfreier Radschnellweg nach Hamburg, direkt an der Bahn, wäre damit aus Platzgründen unmöglich. Hatje machte klar: Für ihn habe die Bahn oberste Priorität. „Wir dürfen die Fläche für die Bahn nicht verbauen.“ Um den Radschnellweg ging es in der Sitzung. Bei Sven Herrmann (Grüne) stieß Hatje damit auf Unverständnis. Man solle den Radschnellweg nicht „schlecht reden“. Dieser könne eine gute Ergänzung des Nahverkehrs sein, gerade angesichts der wachsenden Zahl von E-Bikes und Lastenrädem. Natürlich dürfe er nicht konträr zum Bahnausbau stehen. Er, so Herrmann, gehe aber nicht davon aus, dass ein viertes Gleis, wenn es denn käme, durch Elmshorn führen würde.

Geplant wird der Radschnell­weg von der Metropolregion, und zwar bis zur Stadtgrenze. Ab da ist Elmshorn zuständig. Nach derzeitigem Stand er­reicht er Elmshorn über die Ollerlohstraße.

Als Vorzugsvariante der Planer der Metropolregion gilt im Stadtgebiet ein Verlauf über Hainholzer Damm, Holunder­straße, durch die Kleingarten­anlage, zwischen Feuerwa­che und Bewegungs-Kita zur Hamburger Straße. Wobei in der Kleingartenanlage kein Schnellradwegstandard ange­dacht ist. Geprüft werden soll auch, ob ein Weg direkt parallel zur Bahn möglich ist, wenn nur das dritte Gleis käme.

In Klein Nordende besteht schon jetzt Sorge vor dem Projekt. Eine acht Meter breite beleuchtete Schneise passe nicht ins Moor, so ein Bürger in der Sitzung. Doch so weit ist die Planung noch nicht. Eine Dauerbeleuchtung würde wohl auch kaum in heutige Klima­schutzziele passen.

Holsteiner Allgemeine Zeitung, 26.02.2020

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