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Fast zu schade zum Zerschießen

Fast zu schade zum Zerschießen

Der Klein Nordender Michael Möller bemalt seit mehr als 20 Jahren Schießscheiben

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(Klein Nordende/go) Wenn am heutigen Sonnabend zum 25. Mal die Bürgerschützenkönigschaft in Klein Nordende ausgeschossen wird, ist Michael Möller garantiert nicht dabei.

Kein Wunder, denn der Klein Nordender möchte nicht mitansehen, wie sein Werk Schuss für Schuss beschädigt wird. Sein Werk, das ist die Bürgerschützenschießscheibe. Seit 2001 bemalt der Hobbykünstler im Auftrag der Gemeinde das alljährliche Zielobjekt aller schießfreudigen Bürger der Gemeinde. Viel Arbeit steckt jedesmal drin in den ausgefeilten Motiven.

"Wir nennen unseren Wunsch und Michael Möller setzt ihn kreativ um. Das klappt immer ganz prima", freut sich Susanne Schlüter vom Klein Nordender Kulturausschuss. Diesmal galt es für den gelernten Siebdrucker, Robustrinder bildlich in Szene zu setzen mit Hinweis auf die Auszeichnung beim Wettbewerb "Land der Ideen", die Klein Nordende für die artgerechte Haltung solcher Tiere im Landschaftsschutzgebiet erhalten hat.

Der neue Bürgerschützenkönig kann das Schmuckstück mit nach Hause nehmen. Anders bei der Königsscheibe.

Schießscheiben zu kleinen Kunstwerken gemacht

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Michael Möller
malt in Öl und
mit Pastellkreiden,
meist Maritimes
und Heimatliches,
Tiere, Portraits
aber auch Abstrak-
tes. Rechts eine
alte Kate aus Klein
Nordende, die
abgerissen wurde.
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Nicht nur die Klein Nordender Bürgerschützen-scheibe verziert Michael Möller, auch die Königsscheibe der Schützenbrüderschaft Weidmannsheil macht der Hobbymaler zu kleinen Kunstwerken, und das seit 20 Jahren mit Herzblut. "Du hast doch das Talent, willst Du das nicht machen?", fragte der Schützenkönig 1983, Herbert Maack, seinen Schwiegersohn Michael. Der wollte und malte prompt den Lkw von Braas auf die Schießscheibe, den sein Schwiegervater damals beruflich fuhr. Zunächst in Abständen, malt Möller die Königsscheibe seit 1990 alljährlich im Auftrage des amtierenden Schützenkönigs.

"Jede Scheibe hat ihre eigene Geschichte", sagt Michael Möller, der sichtlich Freude hat an seiner Arbeit. "Gewünscht werden Motive aus dem Urlaub, vom Hobby oder vom eigenen Haus." Michael Möller, mütterlicherseits mit dem Mal-Gen beerbt, studierte zunächst zwei Jahre an einer Hamburger Kunstschule, bevor er seine Siebdruckerlehre machte und den Grafik-Design-Abschluss der Studiengemeinschaft

Darmstadt meisterte. Der gebürtige Elmshorner arbeitet als Siebdrucker in Hamburg. So ganz "nebenbei" malt er beachtliche Bilder (siehe rechts), die bundesweit ihre Liebhaber finden. Den Schießscheiben will Michael Möller dennoch treu bleiben: "Das ist in jeder Hinsicht eine runde Sache", (go)

aus der Holsteiner Allgemeinen Zeitung vom 15.06.2013

 

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