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Das große Feuerwehr-Dilemma

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Trotz zahlreicher Maßnahmen durch die Gemeinde und einiger Appelle an die Eltern der Grundschüler in Klein Nordende ist die Verkehrssituation in der Schulstraße weiterhin ein großes Problem. Jüngst wurde die Feuerwehr morgens alarmiert - leider war sie auf dem Gelände regelrecht zugeparkt.

(Klein Nordende/su) Sichtlich ratlos bat Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel in der vergangenen Woche am späten Abend zum Pressegespräch an die Feuerwache in der Schulstraße. Es herrscht Krisenstimmung bei den Kameraden der Wehr. "Zum wiederholten Male müssen wir uns damit beschäftigen", betont Wehrführer Martin Höppner. Was war passiert?
Am Morgen des gleichen Tages waren die freiwilligen Helfer kürz vor 7.30 Uhr alarmiert worden, um zu einem Unfall auszurücken. Es ist die Uhrzeit, zu der in der Schulstraße regelrechtes Chaos herrscht. Gegenüber dem Feuerwehrhaus laden unzählige Eltern
ihre Kinder aus dem Auto aus - Schulbeginn. Die Feuerwehrfahrzeuge kommen keine zwei Meter weit, dann versperren die Wagen einiger Eltern den Weg. "Sogar Beschimpfungen gibt es", erklären die Blauröcke.
Schinckel schüttelt den Kopf. Die Situation ist nicht neu. In der jüngsten Vergangenheit hatte die Gemeinde mit einem ganzen Maßnahmen-Bündel versucht, die Lage in der Straße zu entspannen. Ein "Kiss & Go"-Streifen wurde eingerichtet (wir berichteten), die Schüler lernten bei der Aktion "Running Bus" etwas über die Gefahren, man wurde in der Elternvertretung vorstellig. Dennoch: "95 Prozent der Eltern verhalten sich gut, der Rest macht uns wirklich Probleme", so der Bürgermeister weiter.
Für die Helfer der Feuerwehr ist nicht nur der Zeitverlust ein Problem. Im Gespräch wird klar: Die Ehrenamtlichen haben regelrecht Angst, das s irgendwann einmal ein Schulkind vor den schweren Einsatzfahrzeugen zu spät bemerkt wird. Doch was tun? "Als erste Sofortmaßnahme wird ab Dienstag die Sirene der Wache wieder jeden Einsatz der Wehr akustisch ankündigen", so Höppner. Für die nahe Zukunft wurde beschlossen, direkt auf die Kinder in der Schule zuzugehen. "Vielleicht hören die Eltern darauf, wenn es heißt: ,Papa, hier darfst du nicht anhalten!'", so alle Beteiligten.

aus der Holsteiner Allgemeinen Zeitung vom 05.06.2010

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