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SV Lieth plant Kunstrasenplatz

Kunstrasenplatz: Schon jetzt wird Geld gesammelt

SV Lieth reagiert damit auf verbesserte Trainingsbedingungen in Hamburg

(Klein Nordende/rs) 26 Fußball-Mannschaften tragen die Vereinsfarben der SV Lieth, darunter 22 Jugendteams. Eine Riesenanzahl für einen Club, der nur über zwei Plätze verfügt. Der Klaus-Waskow-Platz, auf dem die Jugendmannschaften spielen, und das Waldstadion - beides Rasenplätze - sind total überlastet.

"Je mehr wir zusammentragen, desto kleiner wird das Darlehen für den Verein"

NILS HAMMERMANN TRAINER

Fachleute gehen davon aus, dass auf Rasen rund 400 Stunden im Jahr gespielt werden kann, auf Kunstrasen 2000 Stunden. "Wir nutzen unsere Rasenplätze aber, als wenn es Kunstrasenplätze wären - und so sehen sie auch aus", schildert A-Jugend-Co-Trainer Nils Hammermann. Nicht selten müssen sie dennoch gesperrt werden, um die Grasnarbe zu schonen. Anders in Hamburg: Dort seien schon mehr als 100 Kunstrasenplätze entstanden. Das bekommen Trainer und Spieler in Lieth zu spüren. "Die Hamburger können mehr trainieren, uns fehlt Spielpraxis", berichtet Hammermann.

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Schöne Einlage damals von Mario Buder auf schlechtem Untergrund: Der Klaus-Waskow-Platz wird seit Jahren überstrapaziert. Kunstrasen wäre eine Alternative. Darauf werden heute sogar EM-Qualifikationsspiele ausgetragen.

Mit dem A-Jugend-Trainer Holger Quast und Betreuer Lars Kölln steckte er vor Weihnachten die Köpfe zusammen. Als Lösung kam die Idee von der Umwandlung des Klaus-Waskow-Platzes in eine Kunstrasen-Anlage heraus. Eine Power-Point-Präsentation überzeugte offenbar Vereinsführung wie Sponsoren. "Auch die anderen Abteilungen stehen dahinter", so Hammermann. "Es gibt einen einstimmigen Beschluss aller Sparten."

Rund 570.000 Euro soll das Vorhaben kosten. 250.000 Euro muss der Club selbst aufbringen. Geplanter Bautermin: Sommer 2013. In der Kürze der Zeit wird der Eigenbeitrag kaum zusammenzubringen sein, weiß Hammermann. "Doch je mehr wir zusammentragen, desto kleiner wird das Darlehen für den Verein.

Manches ist schon angelaufen: Kinder sammelten unter den Zuschauern der Spiele der 1. Herren. Jugendteams verkaufen Kuchen. Vom 3. bis 5. August wird ein großes Turnier aller Mannschaften mit Gästeteams zugunsten des Kunstrasens veranstaltet. Und der Sportplatz wird symbolisch quadratmeterweise zu kaufen sein. "Wir stehen alle voll dahinter", bestätigt auch Vorsitzender Michael Bartl.

Ansichtssache:

Vorreiter SV Lieth

Die Summe klingt zunächst einmal erschreckend: 570.000 Euro wird es voraussichtlich kosten, den Klaus-Waskow-Platz der SV Lieth in eine rund 7000 Quadratmeter große Kunstrasen-Anlage umzugestalten. Ist das wirklich nötig? Immerhin rechnet der Verein bei der Finanzierung auch mit Zuschüssen aus Steuergeld.

Die Antwort kann nur lauten: Ja, es ist nötig. Denn wer dagegenhält, dass dort 22 (!) Jugendmannschaften trainieren, der weiß: Das ist gut angelegtes Geld in die Förderung der Jugend.

Sportvereine wie die SV Lieth leisten unschätzbare Sozialarbeit. Dort finden Kinder und Jugendliche eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Sie bewegen sich, lernen Regeln zu beachten, entwickeln Selbstbewusstsein durch Erfolgserlebnisse und erfahren, dass Niederlagen zum Leben dazugehören. Sport ist ein hervorragender Weg, Jugendliche zu leiten. Hut ab, dass alle Sparten hinter dem Projekt der Fußballer stehen!


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Eine gute Woche wünscht

Rainer Strandmann

aus der Holsteiner Allgemeinen vom 04.04.2012





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