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Harry Potter - so geiht dat op Platt

Die beiden Übersetzer der englischen Bestseller von Joanne K. Rowling waren zu Gast im Töverhuus

Klein Nordende (ne). Een Katt, de Schiller lesen kunn, Lüüd mit grote, gröne Ümhäng un 'n sünnerbor Breef waren die ersten etwas merkwürdigen Begegnungen während der Schummertied in't Töverhuus mit der wundersamen Zauberwelt des Harry Potter. Genauer gesagt: Mit der noch etwas abenteuerlicheren Welt des plattdeutschen Harry Potter. Hartmut Cyriacks und Peter Nissen, in Hamburg lebende freie Autoren für Rundfunk, Fernsehen und Theater, haben die ersten beiden Bände von Joanne K. Rowlings "Harry Potter un de Wunnersteen" sowie "Harry Potter un de grulig Kamer" vom Englischen ins Plattdeutsche übersetzt.
Auf Einladung der Gemeinde lasen beide Autoren im Töverhuus aus ihrem ersten Potter-Buch. Das Publikum aus einer guten Mischung von Jungen und Junggebliebenen war begeistert. "Der plattdeutsche Harry Potter ist sehr gut gelungen und noch spannender", freute sich Nicole Rademacher (24) aus Elmshorn, erste Preisträgerin des kleinen Potter-Quiz' am Abend. "Ich fand, dass die Autoren supergut vorgelesen haben", strahlte der zweite Preisträger Lukas Rieckhoff (10) mit einem signierten Potter-Buch unter dem Arm.
Für Cyriacks und Nissen, bis 1994 Dramaturgen am Hamburger Ohnsorg-Theater und Autoren des Asterix op Platt, begann ihr Harry-Potter-Abenteuer eigentlich ganz normal. Verleger Michael Jung aus Kiel rief an und fragte, ob sie einen englischen Roman ins Plattdeutsche übersetzen wollten. Schon nach den ersten der 330 Seiten hätten sie fürchterlich über dieses Potter-Abenteuer geflucht, gestand Hartmut Cyriacks. Beim zweiten Band sei alles noch viel schlimmer gekommen. Das eigentliche Problem dabei sei, die englische Zauberwelt, Namen und Begriffe bei der Übersetzung zu erhalten. Aus Zauberer wurde Töverer, das war noch relativ einfach. Aber was war beispielsweise mit Harrys Fluglehrerin Madame Hooch? Wie war ihr Name griffig und sinnerhaltend zu übersetzen? "Hooch im Sinne von ,hoch hinaus' für eine Fluglehrerin hätte irgendwie gepasst", erklärten Cyriacks und Nissen. Aber Hooch im Englischen bedeute Fusel im Hochdeutschen.
Diesen hintergründigen Hinweis auf die Vorlieben von Madame wollten beide in ihrer Übersetzung nicht vernachlässigen. So seien sie auf dun (betrunken) im Plattdeutschen gekommen und in Anlehnung an die damalige Bundes-Verbraucherministerin schließlich auf Madame Dunast. Auch das sind die kleinen hintergründigen Abenteuer, die mit dem plattdeutschen Harry Potter zu erleben sind.

Peter Nissen (l.) und Hartmut Cyriacks, Autoren des Harry Potter op Platt, mit Quiz-Gewinnern und Harry-Potter-Fans Nicole Rademacher (24) und Lukas Rieckhoff (10), beide aus Elmshorn.
Foto: nelai

aus den Elmshorner Nachrichten vom 15.01.2007

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