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Güterzug mit Gefahrgut bei Tornesch entgleist

Bei einem Güterzug-Unfall am Dienstagmorgen, dem 23. Januar 2007 in der Nähe von Tornesch (Kreis Pinneberg) waren 11 der 21 Waggons aus den Schienen gesprungen, einige umgekippt. Drei Wagen hatten Gefahrgut geladen. Bei den Stoffen handelte es sich um Natriumpercarbonat und Chloressigsäure. Aus einem der Waggons traten nach Angaben der Feuerwehr 60 Tonnen Chloressigsäure aus. Ein Teil der Chemikalie sei verdampft. Den Rest versuchte die Feuerwehr am Boden mit Bindemitteln zu neutralisieren. Nach Angaben der Bundespolizei bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Unfallstelle lag mehrere hundert Meter von der nächsten Ortschaft entfernt.

Über eine Strecke von mehreren hundert Metern waren Schienen und Weichen beschädigt worden. Augenzeugenberichten zufolge waren die Schienen wie Spaghetti verbogen, die Waggons standen wild durcheinander. Für Bahnreisende in Richtung Westerland, Kiel und Flensburg gab es erhebliche Behinderungen. Die Strecken waren während der Bergungsarbeiten für eine Woche gesperrt. Die Bahn setzte zwischen Pinneberg und Elmshorn Ersatzbusse ein. Reisende wurden gebeten, zwischen Hamburg-Hauptbahnhof und Pinneberg die S-Bahn zu benutzen.

Die Ursache für das Zugunglück auf der Strecke Elmshorn - Pinneberg war nach Angaben des Eisenbahnbundesamtes eine von zwei tonnenschweren Stahlbandrollen. Diese hatte sich während der Fahrt des Güterzuges auf dem ersten Waggon gelöst. Wie die Behörde mitteilte, zerstörte die Rolle die Bodenplatte des Containers und stürzte durch den Rahmen des Tragwagens aufs Gleis. Hierdurch wurde ein Drehgestell abgerissen, was die Entgleisung der nachfolgenden Wagen verursachte.

Die Bergungsarbeiten und die anschließenden Gleisarbeiten dauerten 14 Tage, wobei eine Woche nach dem Unglück der Zugverkehr eingleisig wieder aufgenommen werden konnte.

Chloressigsäure: Gefährlich für Menschen, Tiere und Pflanzen
Die bei dem Unglück freigesetzte Chloressigsäure ist giftig und umweltgefährdend. Ihre Dämpfe können Augen, Atemwege und Haut verätzen. Schon durch kurzen Kontakt mit dem Stoff können Nieren, Herz-Kreislauf-System und das zentrale Nervensystem geschädigt werden. Natriumpercarbonat wird als Bleichmittel vor allem in Waschpulvern und Reinigungsmitteln verwendet. Es ist für Pflanzen ungiftig.

Quelle: www.ndr.de
Fotos: dpa

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