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Fünfjähriger im Wald von Ast erschlagen


Schrecklicher Unfall in Klein Nordende: 18 Meter langer Ast fiel auf einen kleinen Jungen.

Von Tanja Gerlach

Klein Nordende. In einem Waldstück nahe der Grundschule Klein Nordende ist ein fünf Jahre alter Junge von einem herabfallenden Ast erschlagen worden. Aus noch ungeklärten Gründen brach der rund 18 Meter lange und etwa 30 Zentimeter breite Ast vom Stamm einer Eiche ab. Der Ast stürzte aus 20 Meter Höhe auf den darunter liegenden Trampelpfad, auf dem in dem Moment drei Jungen entlang gingen. Das Opfer wurde von der Abbruchkante des Astes am Kopf getroffen. Der Bruder des Fünfjährigen verständigte per Handy die Polizei. Wenige Minuten später waren ein Noteinsatzfahrzeug sowie ein Rettungswagen vor Ort. Doch die Hilfe kam zu spät: Der Junge erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.
Michael Grube, Hausmeister der angrenzenden Grundschule, sagt: "Ich bin erschüttert über diesen Unfall. Viele Kinder nutzen den Weg als Abkürzung von der Hauptstraße zur Grundschule oder zum Fußballplatz."
Thomas Kruse, Leiter des Elmshorner Betriebshofes, geht von einem tragischen Unfall aus: "Der Baum trug laut Polizeiangaben welke Blätter. Das spricht für einen vorhergegangenen Schaden." Wahrscheinlich sei der Ast mit Wasser vollgelaufen und durch das eigene Gewicht nach unten abgebrochen. Laut Aussage des Klein Nordender Bürgermeister Hans-Bartholt Schinckel prüft die Polizei nun anhand der Grundbucheinträge, auf welchem Grundstück der Baum stand. Das Waldstück ist an dieser Stelle in drei Parzellen aufgeteilt. Ein Abschnitt gehört Jens Willi Ibels. "Ich pflege unser Waldstück regelmäßig auf meiner Seite hängen keine toten Äste herum", sagt er. Er habe bereits mehrfach versucht, sein Gelände teilweise einzuzäunen. "Doch der Zaun wurde einfach niedergetrampelt." Seit dem 1. Januar sei sogar per Gesetz vorgeschrieben, daß "mein Waldstück jedem Bürger frei zugänglich sein muß". Laut Landeswaldgesetz haften Waldbesitzende nicht für "typisch sich aus dem Wald ergebende Gefahren, insbesondere durch Bäume oder Teile von Bäumen".

Bild: Michael Grube, Hausmeister der Grundschule Klein Nordende, am Unglückort mit dem heruntergestürzten Ast. Hier gehen jeden Tag Kinder auf dem Weg zur Schule und Spaziergänger entlang.

Elmshorner Nachrichten v. 14.06.2005

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