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Dorf mit Charakter erhalten

Präsentation des Klein Nordender Ortsentwicklungskonzepts

Stefan Röhr-Kramer (von links) vom Planungsbüro WRS Architekten & Stadtplaner zusammen mit Bürgermeister Adolf Luitjens und seinem Stellvertreter Andreas Kamin vor dem Plan mit den ange­dachten Flächen. Foto: Peter Warncke

KLEIN NORDENDE / Peter Wamcke

Bei der Abschluss­präsentation des Ortsentwicklungs­konzepts von Klein Nordende wurde schnell klar, viele Klein Nordender wollen keine weiteren Mehrfami­lienhäuser in ihrer Gemein­de. Der Tenor: „Der Dorfcha­rakter geht verloren“. Dabei meldeten sich am Schluss auch Befürworter für kleine und bezahlbare Wohneinhei­ten zu Wort.

„Das Ortsentwicklungs­konzept bildet den Rahmen, den wir uns mit den Bürgern für die nächsten Jahre zu­sammenstellen“, begrüßte Bürgermeister Adolf Luitjens die rund 100 Teilnehmer in der Bürgermeister-Hell-Hal- le. Danach übernahm Stefan Röhr-Kramer vom Planungs­büro WRS Architekten & Stadtplaner die Präsentation. „Wir haben zu Papier ge­bracht, was Sie uns in den verschiedenen Workshops zugetragen haben und nach Abwägung aller Dinge daraus dieses Konzept entwickelt.“ Das Ortsentwicklungs­konzept soll für die kommen­den Jahre den Handlungsrah­men für die Kommunalpoli­tik stellen. Die Frage ist, wie die Entwicklung der Gemein­de durch moderates Wachs­tum so gesteuert werden kann, dass der dörfliche Cha­rakter erhalten bleibt. Die Lenkungsgruppe und die Pla­ner schlugen deshalb einen Wachstumskorridor von 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr bis 2040 vor.

Bei einem Mittelwert von 0,75 Prozent bedeutet das, dass die Gemeinde pro Jahr mit etwa 25 zusätzlichen Ein­wohnern und ungefähr elf neuen Haushalten rechnen muss. Bis 2040 würde sich diese Zahl auf 495 Zuzüge und 220 neue Haushalte auf­summieren. Damit würde die Einwohnerzahl der Gemein­de innerhalb der nächsten 20 Jahre von 3400 auf knapp 3900 ansteigen.

„Wir haben zu Papier gebracht, was Sie uns in den verschiedenen Workshops zugetragen haben und daraus dieses Konzept entwickelt.“
Stefan Röhr-Kramer
Planungsbüro WRS

Die Planer haben daher zu­sammen mit dem Lenkungs­ausschuss und anhand der Informationen aus den ver­schiedenen Workshops mög­liche Flächen zusammenge­stellt - Platz wäre für etwa 665 Wohneinheiten. Davon werden bis 2040 maximal 300 benötigt.

Auf die Nachfrage eines Besuchers, wem die Flächen gehörten und ob diese über­haupt verfügbar seien, ant­worteten die Planer, dass sich fast alle Flächen in Privatbe­sitz befänden und deren Ver­fügbarkeit abgeklärt werden müsse. Aus diesem Grund stehe bisher keine Reihenfol­ge für die Bebauung fest.

Neu in Klein Nordende: Eine verdichtete Bauweise - sparsamer Flächenver­brauch, familiengerechte Wohnformen und kleinere Wohnungen für Senioren und Haushaltsgründer - soll neben der herkömmlichen Einfamilienhausbebauung stärker fokussiert werden. Hintergrund ist die Nachfra­ge nach günstigerem Wohn­raum. Seitens der Besucher wurden Zweifel an der Um­setzbarkeit und die Angst, künftig von den eigenen vier Wänden auf ein Mehrfami­lienhaus zu blicken, laut.

Ein Besucher bemängelte außerdem, dass die fehlen­den Kita-Plätze im Ortsent­wicklungskonzept nicht be­rücksichtigt worden seien. „In diesem Jahr werden vier­zehn Kinder keinen Kita- Platz erhalten“. Dazu melde­te sich der stellvertretende Bürgermeister Andreas Ka­min zu Wort: „Das ist uns be­kannt, es gibt bereits einen Grundsatzbeschluss der Ge­meinde zur Schaffung weite­rer Kindergartenplätze.“

Bei der Diskussion um die verschiedenen Flächen in der Gemeinde, ging es auch um weitere Ideen, wie ein medi­zinisches Angebot, Treff­punkte für Jugendliche, Er­weiterungsmöglichkeiten für ortsansässige Betriebe, ein zusammenhängendes Fuß-und Radwegenetz sowie öko­logische Maßnahmen.

Abschließend soll das Pro­jekt bei der Gemeinderatssit­zung am 30. August um 19 Uhr (Hell-Halle) verabschie­det werden.

Ellmshorner Nachrichten, 07.08.2021

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