Pressearchiv

Unser Pressearchiv

Großbrände und Corona-Frust

Die Bilanz 2020 der Freiwilligen Feuerwehren im Elmshorner Umland

Am 17. Juli 2020 zerstörte ein Großfeuer am Sandweg ein historisches Reetdachensemble in Klein Nordende. Foto: Florian Sprenger

(Elmshorn/Deborah Dillmann)

Das Jahr 2020 hat den Freiwilligen Feuerweh­ren im Elmshorner Umland viel abverlangt. Einsätze wur­den natürlich gefahren, auf­grund der Corona-Pandemie musste der Übungsbetrieb aber über Monate hinweg wei­testgehend eingestellt wer­den. Die Jahreshauptver­sammlungen, geplant für An­fang dieses Jahres, wurden fast überall in den Sommer verlegt. Die Bilanz aus dem vergangenen Jahr zeigt aber: Trotz erschwerter Bedingun­gen haben die ehrenamtli­chen Helfer zahlreiche Ein­satzlagen gemeistert, darun­ter mehrere Großbrände.

(KLEIN NORDENDE)

Abstände einhalten und Mas­ke tragen gehört heute noch zum lxl bei Feuerwehrein­sätzen - obwohl es sie mit­untererschwerenkann. Sicht­verhältnisse sind einge­schränkt, Brillen beschlagen und Verständigungsprobleme können auftreten, zählt Mar­tin Höppner, Wehrführer in Klein Nordende, auf. „Das sind natürlich kleine Dinge, die uns alle im Alltag beschäf­tigen, aber im Einsatz ist das schwieriger.“

2020 hatte die Wehr 22 Ein­sätzen, überwiegend techni­sche Hilfeleistung. Am 17. Juli aber sei es keine Option gewe­sen. „Da wurden alle Einsatz­kräfte benötigt“, erinnert sich Höppner.

Er denkt zurück an das Großfeuer im Sandweg, das zwei historische reetgedeckte Häuser in Brand gesteckt hat­te. Etwa 100 Einsatzkräfte sei­en vor Ort gewesen. „Der Ein­satz hat viele Kräfte gebun­den, viel Energie gefordert und uns mehrere Tage be­schäftigt“, sagt Höppner. Der Grund: Das Feuer wurde zwar in der Nacht gelöscht, aber in den Tagen danach waren im­mer wieder Glutnester ent­standen. Der Sachschaden aber war immens. Der betrof­fene Komplex aus Haus und angrenzender Scheune war unbewohnt und zum Verkauf ausgeschildert. Der Preis: 1,65 Millionen Euro. Die Brandursache ist bislang un­bekannt. Höppners Fazit: „Das ganze Jahr ist eine be­sondere Herausforderung ge­wesen.“ Er hofft auf baldige Lockerungen, damit der Ausbildungs- und Übungsbetrieb , wieder anlaufen kann. Zwar wurde Kontakt zu den 56 aktiven und den 16 jugendlichen 2 Mitgliedern gehalten, aber „Feuerwehr lebt vom praktischen Umsetzten“, sagt der Wehrführer.

 

Auschnitt aus dem Bericht...

Elmshorner Nachrichten, 19.02.2021

Zurück