Pressearchiv

Unser Pressearchiv

EN vom 24.02.2012 - 1

en-240212-1.jpg
Mit der Motorsäge wurden zahlreiche Kopfweiden im Liether Moor fachgerecht gescheitelt. KAMIN

KLEIN NORDENDE 15 freiwillige Helfer vom Betreuungsverein Liether Moor und den Klein Nordender Jägern, fünf Kettensägen, vier Traktoren und ein Schredder waren im Liether Moor im Einsatz, um 28 alte Kopfweiden zu scheiteln. Kopfweiden müssen alle sechs bis acht Jahre gescheitelt, also geschnitten werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sie durch das Gewicht der Zweige auseinanderbrechen. Die Kopfweiden im Liether Moor sind sehr alt, geschätzt über 100 Jahre. Sie sind wichtige Lebensräume für viele seltene Tiere. Bis zu 400 Insektenarten und verschiedene Vogelarten bewohnen einen alten Weidenstamm und seinen Kopf. "Hier finden der bedrohte Steinkauz, Fledermäuse, Hornissen, Siebenschläfer, Wiesel und Marder ihr Zuhause", erklärt der Vorsitzende des Betreuungsvereins Liether Moor, Otto Schin-ckel, und berichtet, dass auch Singvögel sich in den Weiden sehr wohl fühlen. Die Weidenkätzchen wiederum bieten im Frühjahr Beinen und Hummeln erste Nahrung.

Schinckel erinnert auch daran, dass früher die geschnittenen Weidenzweige zum Körbeflechten, für Besen, als Pfähle für Einzäunungen in der Landwirtschaft und auch als Brennholz genutzt wurden. "Die als Pfahl genutzten Weidenzweige schlugen in nassen Böen Wurzeln und trieben wieder aus. So sind ganze Baumreihen mit neuen Weiden entstanden", erzählt der Naturschützer.

Der Betreuungsverein nutzt die Weidenzweige zwar nicht mehr zum Körbeflechten, allerdings wurden etwa 20 zwei Meter lange Weidenzweige aussortiert. Sie werden an einem schattigen Ort in 30 bis 40 Zentimeter tiefes Wasser gestellt und können hier erste Wurzeln schlagen. Im Herbst sollen sie dann an geeigneter Stelle im Liether Moor gepflanzt werden.

Am Ende ihres arbeitsreichen Tages hatten Naturschützer und Jäger nicht nur ihre Pflanzbäume geschnitten, sondern aus den Zweigen der 28 Kopfweiden fünf Anhänger voll Schreddergut sowie diverse Anhänger mit Dickholz gewonnen. mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 24.02.2012

Zurück