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Unbekannter beunruhigt die Eltern

Klein Nordender fühlen sich beobachtet

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Klein Nordende, Bürgermeister-Dierks-Straße. Normalerweise spielen hier nachmittags die Kinder auf der Straße. Das ist seit einiger Zeit vorbei. Gespielt wird nur hoch im Garten oder im Haus. MKA

KLEIN NORDENDE "Warum steht das Auto da?" "Was macht der Mensch da so lange im Auto?" "Was will der Fahrer von uns?" Das sind Fragen, die in Klein Nordende zurzeit zahlreiche Eltern beschäftigen.
Immer wieder taucht in einigen Wohnstraßen der Gemeinde ein grauer Pkw auf. Der Fahrer parkt nach den Beobachtungen von Bürgern ungewöhnlich lange und aus für sie ungeklärten Gründen vor den Häusern. Dabei beobachte der Mann die Gebäude und deren Bewohner.
Eines Vergehens macht sich der Mann damit nicht schuldig. Denn es handelt sich* um öffentlichen Verkehrsraum. Das wissen auch die Anwohner. "Wir leben in einem Rechtsstaat. Bisher hat der Fahrer nichts gemacht. Trotzdem empfinden wir die Situation als fatal", berichten einige Anwohner der Bürgermeister-Diercks-Straße. Sie sorgen sich um ihre Kinder und sind vor allem eines: verunsichert. Die Eltern wandten sich folglich an die Polizei.
Die hat den Fahrer wegen seines auffälligen Verhaltens überprüft. "Es gibt bislang keine Hinweise darauf, dass irgend jemand gefährdet wäre", sagt Birger Holm von der Elmshorner Kriminalpolizei. Und: "Wir haben die Situation im Blick, können zum jetzigen Zeitpunkt aber keine weiteren Maßnahmen ergreifen."
Die Anwohner bleiben misstrauisch. "Wenn in unserer Straße ein Auto langsamer wird, schauen wir schon genauer hin. Unbekannte Fahrzeuge, die hier länger parken, nehmen wir in Augenschein. Normalerweise kennen wir die Fahrzeuge, die an der Straße stehen", erzählen die Anwohner.
Die Reaktion der Eltern ist, neben einem engen Kontakt zur Polizei, eine starke Vernetzung untereinander. Per Telefon und SMS tauschen sie sich aus. Spaziergänger und Hundebesitzer wurden gebeten, auf Ungewöhnliches zu achten. Eine weitere Konsequenz der Eltern: Die Kinder wurden informiert und dürfen bis auf Weiteres nicht mehr wie bisher auf den Straßen spielen.
Möglicherweise eine Regelung von kurzer Dauer. Gestern wurde bekannt, dass einige Väter mit dem Mann gesprochen haben. Angeblich mit dem Ergebnis, dass der Mitbürger die Gegend nicht mehr ansteuern will. mka/rs

aus den Elmshorner Nachrichten vom 31.03.2010

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