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Aus dem Leben eines Lokalpolitikers

EHRENAMTSALLTAG Andreas Kamin ist Kulturausschuss-Vorsitzender in Klein Nordende / Ein Posten, der viel Engagement erfordert

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KLEIN NORDENDE Immer schwerer wird es, Menschen für die aktive Mitarbeit in der Politik zu begeistern. In einigen Gemeinden gelingt es nicht einmal mehr den großen Volksparteien, ihre Listen für die Wahlen mit Kandidaten zu füllen. Dabei können Bürger gerade auf kommunaler Ebene viel gestalten und die Zukunft ihrer Heimat mitbestimmen.

Einer von denen, die sich auf lokaler Ebene politisch engagieren, ist Andreas Kamin. Mit seinen 50 Jahren zählt der SPD-Chef aus Klein Nordende eher zu den jüngeren Menschen in einem politischen Ehrenamt. Kamin ist zweiter stellvertretender Bürgermeister seiner Gemeinde, sitzt im Bauausschuss und im Zweckverband, und ist Vorsitzender
des Kultur- und Sportausschusses. Geld bekommt er für sein Engagement nicht. "Lediglich der Bürgermeister erhält eine Aufwandsentschädigung", erklärt Kamin.

Seit der jüngsten Kommunalwahl 2013 gehört er der Klein Nordender Gemeindevertretung an. Kamin ist verheiratet und Vater zweier Söhne. Hauptberuflich arbeitet er als Betriebsorganisator bei der Sparkasse Elmshorn. Ein Job, der auch für seine politische Arbeit von Vorteil ist, denn gute Organisation gehört dazu, um alle Ämter unter einen Hut bekommen zu können.

"Wie viel Zeit ich für die Politik investiere, habe ich nie nachgerechnet", sagt Kamin. Insbesondere das Amt des Kulturausschuss-Vorsitzenden sei zeitintensiv. Das Töverhuus-Programm muss erstellt werden, ebenso der Gemeindeterminkalender. Außerdem wollen der Neujahrsempfang, das Erntedankfest, die Spiele im Dorf und der Volkstrauertag organisiert sein. Und in diesem Jahr mussten obendrein die Feierlichkeiten zum 150-jährige Gemeindejubiläum koordiniert werden. Genauso wie der alle fünf Jahre statt-fmdende Emteumzug.

"Ich hätte nicht gedacht, dass die Arbeit in der Politik so viel Zeit kostet", gibt Kamin zu. Auf die Frage, warum er sich ausgerechnet den Posten des "Kulturvorsitzenden" ausgesucht habe, erklärt er: "Da spielt die Parteipolitik im Gegensatz zu anderen Ausschüssen keine Rolle." Außerdem sei er generell kulturinteressiert.

"Ich kann auch mal Nein sagen", versichert Kamin - um gleich anzufügen: "Öfter wäre besser, wenn man ehrlich ist." Was er sich wünscht wären mehr Menschen, die sich auf kommunaler Ebene einbringen. "Mehr aktive Mitarbeit wäre schon schön", sagt er. Insbesondere jüngere Mitstreiter seien herzlich willkommen. Allein schon, damit man bei den diversen Festen "mal jemanden zum Anpacken hat". Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 30.09.2017

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