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Exkursion in die Geschichte des Liether Moors

KLEIN NORDENDE. Trotz Regen und Wind - mehr als 40 Interessierte sind der Einladung des Betreuungsvereins Liether Moor zu einer Exkursion gefolgt. Per Fahrrad oder Jagdwagen wurden zahlreiche, in den letzten elf Jahren vom Verein angelegte, Biotope angesteuert.

en-290612Der 1. Vorsitzende des Betreuungsvereins, Otto Schinkel, berichtete gleich zu Beginn der Tour über die Entstehung und Geschichte des Liether Moores. Vor rund 8000 Jahren wurde durch Sandverwehungen eine Bucht der Urelbe abgetrennt. Daraus entstand der vier Quadratmeter große Esinger See. Aus diesem See entstand im Laufe der Jahrtausende ein großes, mächtiges Hochmoor. "Ein Moor wächst einen Millimeter pro Jahr", so Schinkel und erläuterte, dass der Torf im Laufe der Jahrhunderte bis auf etwa 20 bis 40 Zentimeter Restdicke abgebaut wurde. "Der Torf diente als Brennmaterial für die Haushalte von Elmshorn und Umgebung, die Muschelbrennereien, Bier- und Essigbrauereien in Elmshorn, für die Ziegelei Roter Lehm sowie für Hamburg-Altona", so der Vorsitzende. Nach dem Torfabbau wurde das Land schließlich entwässert und kultiviert.

Anschließend zeigte Schinkel anhand des Seestermüher Moores die Möglichkeiten zur Schaffung von Biotopen auf. So entstand hier ein 1200 Quadratmeter großes Biotopgewässer, umgeben von einem einen Hektar großen, sich überlassenen Areal. Die enorme Ausbreitung des schmalblättrigen Wollgrases, ein Bote für nährstoffarme, kühle Böden, zeigt die guten Voraussetzungen für eine Moorrenaturierung. Er zeigte den Exkursionsteilnehmern auch ein Trockenbiotop aus Sand, das durch den Aushub des Gewässers entstanden ist. Hier konnte die Heide erfolgreich angesiedelt werden.

Schinkel berichtete auch von verschiedenen Bodenbrütern, wie Schwarz-, Braun- und Rotkehlchen, Kiebitz, Waldwasserläufer und Brachvogel, die ihr zu Hause im Liether Moor haben sowie von Wasservögeln, die sich eingefunden haben. Der Vorsitzende sprach auch geplante Projekte des Vereins an. So soll der Storch wieder im Liether Moor angesiedelt werden. Die Bedingungen scheinen gegeben, ein Platz für ein Nest gefunden. Der Mast und ein Korb liegen bereit, im Herbst soll aufgebaut werden, so Schinkel.

Nach einer nahezu dreistündigen Führung klang die Exkursion bei Kaffee und Kuchen im Gemeindezentrum Klein Nordende aus. mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 29.06.2012

 

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