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Die Schule war für sie ein Stück Heimat

Sie prägte die Grundschule in Klein Nordende. Jetzt ist Ursula Francke im Ruhestand.

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Schulrat Michael Doppke verabschiedete Rektorin Ursula Francke in den Ruhestand. Doch die ehemalige Rektorin wird ihrer Schule immer ver- bunden bleiben. Foto: wittmaack

Klein Nordende (wi). Gut zweieinhalb Stunden dauerte die Verabschiedungsfeier für Ursula Francke. Die 65-Jährige wurde in der Bürgermeister-Hell-Halle als Rektorin der Grundschule in Klein Nordende in den Ruhestand verabschiedet. Bereits am Vormittag hatte sie sich von "ihren" Kindern getrennt. 1966 war die gebürtige Bremerin in den Schuldienst eingetreten, zwei Jahre später legte sie ihr zweites Staatsexamen ab. 1985 begann ihre Laufbahn an der Grundschule Klein Nordende-Lieth, die sie maßgeblich prägte.
Die offizielle Urkunde bekam die Rektorin von Schulrat Michael Doppke überreicht. "Eigentlich möchte ich auf sie gar nicht verzichten", sagte der Pinneberger Schulrat. Er habe sie stets als kompetente Kollegin erlebt, betonte Doppke. Die Schule sei für sie weit mehr gewesen als ein reiner Arbeitsplatz, "sie war für Sie ein Stück Heimat." Während ihrer 24 Jahre in Klein Nordende sei Francke "zu einer Institution in der Gemeinde" geworden, stets mit einem hohen Anspruch an sich und auch an andere", sagte Doppke. Auch aus diesem Grund werde Franckes Nachfolger ein gemachtes Haus vorfinden. Wobei ein neuer Schulleiter bislang noch nicht gefunden sei.
"Diese Schule wurde durch sie geprägt", betonte Schulverbandsvorsteher Siegfried Schultz. Selbst in schwierigen Momenten habe Ursula Francke stets eine Lösung für alles parat gehabt. Nicht zuletzt sei das gute Schulklima und der gute Ruf der Grundschule ihr Verdienst. Günter Szameitpreiks, Vorsitzender der Rektorenkonferenz, ging in seiner Ansprache auf die Entwicklung der Schule ein, die sich in zwei Jahrzehnten unter Franckes Regie von einer klassischen Dorfschule zu einer modernen Grundschule gemausert habe.
Der ehemalige Schulrat Wulf Krützfeldt wies in seiner Rede auf Franckes Montessori-Wurzeln hin, die sich aus Sicht der Kinder in einem Satz zusammen fassen lassen: "Hilf mir, es selbst zu tun." Genau dieses pädagogische Konzept sei das Erfolgsgeheimnis - gepaart mit Ursula Franckes "positiver Ausstrahlung". Die Schule in Klein Nordende sei kreisweit die erste gewesen, die ihre Tore ihrer Regelklassen auch für Behinderte geöffnet habe. Überhaupt sei Francke eine Vorreiterin der Integration. Krützfeldt lobte ihr "großes Engagement ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit".
Ursula Francke bedankte sich abschließend für eine Verabschiedungsfeier, die einfach wunderbar gewesen sei. Den Beruf des Lehrers habe sie stets als Berufung verstanden, der ihr mehr Freude als Arbeit gemacht habe. Der Grund liege auf der Hand: "Wenn man Kinder sieht, muss man doch einfach gut gelaunt sein."

Bericht der Elmshorner Nachrichten vom 29.01.2009

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