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Hallen-Prozess: Es wird nachgearbeitet

Schulverband kontra Architekt: Noch viele offene Fragen

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Rechtsanwalt Erich J. Groß, Prozessvertreter des Klein Nordender Schulverbands mka

HAMBURG/KLEIN NORDENDE Noch kein Urteil im Prozess zwischen dem Schulverband Klein Nordende und dem Hamburger Architekten Florian Betzier vor dem Hamburger Landgericht. Dafür aber noch viel Arbeit für die Rechtsanwälte beider Parteien.

Rechtsanwalt Erich J. Groß, der den Klein Nordender Schulverband vertritt, muss im Rahmen der Klage noch detailliert auffuhren, welche Mängel beim Bau der Klein Nordender Mehrzweckhalle aufgetreten sind, wie die Gutachter diese Mängel im Einzelnen bewerten, was erneuert oder ersetzt werden musste, welche Kosten verursacht wurden. Betzlers Rechtsanwalt Klaus-Udo Reichelt muss wiederum untermauern, dass ein Presseauftritt des Architekten eine Vorgeschichte hatte. Grundlage war eine Pressemitteilung, die sich in den Gerichtsakten befindet, die Betzier zugerechnet wird. In dieser Mitteilung verunglimpfte der Architekt seinen Auftraggeber und warf ihm unverantwortliches Handeln vor. Betzier bestritt während der Verhandlung, diese Mitteilungverfasst und herausgegeben zu haben.

Für den Richter Carsten Schütt könnte die Klärung dieses Sachverhalts von Bedeutung für die Rechtmäßigkeit der fristlosen Kündigung und damit ein Baustein für die Urteilsfindung sein.

Des Weiteren stehen die im Rahmen des selbstständigen Beweisverfahrens erstellten Gutachten im Mittelpunkt der Verhandlung. Problem: Der Schulverband hatte einen privaten Gutachter beauftragt, der zu anderen Ergebnissen kam, als die vom Gericht bestellten. Der vom Gericht bestellte Gutachter war gesundheitlich eingeschränkt und konnte schließlich auf Nachfragen nicht mehr reagieren. Eine ausführliche Fotodokumentation fehlte. Der neue Gutachter hatte Schwierigkeiten, die ursprünglich getroffenen Feststellungen nachzuvollziehen. Der Baukörper befand sich nicht mehr in dem Zustand, in dem ihn der erste Gutachter gesehen hatte. Obwohl die Parteien die offenen Fragen jetzt zügig beantworten müssen, es wahrscheinlich nach den Sommerferien eine weitere mündliche Verhandlung geben und möglicherweise noch einen Ortstermin geben wird, riet Schütt allen Beteiligten noch einmal eindrücklich, sich über einen Vergleich Gedanken zu machen. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 27.05.2011

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