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"Kiss and go" - ein einziges Chaos

Das Konzept sollte den Verkehr vor der Grundschule beruhigen - weil sich einige Fahrer aber nicht an das System halten, ist das Gegenteil der Fall

KLEIN NORDENDE Vor der Grundschule Klein Nordende-Lieth entlang der Schulstraße gibt es zwei "Kiss & Go"-Haltestreifen für Pkw. Die Gemeinde Klein Nordende hat diese Haltebuchten gebaut, um das Verkehrschaos vor der Schule zu regulieren. Kosten: 35000Euro.
In der Haltebucht können die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, kurz anhalten, sich von ihren Sprösslingen verabschieden und dann weiter fahren. Ein Anhalten auf der Straße wird so vermieden. Das Parken, länger als drei Minuten halten und/oder das Fahrzeug verlassen, ist auf diesem Streifen während der Schulzeit nicht zulässig. "98 Prozent der Eltern halten sich an diese Regelung. Zwei Prozent leider nicht. Die bringen durch ihr Verhalten den Verkehrsfluss zum Erliegen. Dadurch ergibt sich für die Schulkinder, die die Schulstraße überqueren müssen, um zur Schule zu gelangen, eine unübersichtliche Situation", so der Vorsitzende des Klein Nordender Wegeausschusses Gerd Schumann. Er berichtet vom Halten in zweiter Reihe, Parken und Wendemanövern direkt vor der Feuerwache und den Schwierigkeiten der Jungen und Mädchen, die dann noch die Schulstraße überqueren müssen.

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Kurz vor Schulbeginn kommen viele Schüler zu Fuß oder mit dem Fahrrad vor der Grundschule an. Größtes Hindernis: Das Überqueren der Schulstraße. MKA

Es ist Mittwochmorgen, 7.15 Uhr. Die ersten Jungen und Mädchen kommen entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule. Noch halten kaum Autos vor der Schule an.
Fünf Minuten später wandelt sich das Bild. So langsam werden die ersten Schulkinder mit dem Auto zur Schule gebracht.
7.25 Uhr: Es wird voll vor der Schule. Der erste "Running Bus", von Eltern begleitete Kinder, die zu Fuß und in der Gruppe zur Schule gehen, kommt vor der Schule an. Gleichzeitig erreichen viele junge Fahrradfahrer das Schultor.
Jetzt wird es richtig eng vor der Schule. Der Kiss & Go-Streifen wird gut genutzt. Der Verkehr fließt. Unübersichtliche Situationen werden kurzerhand von Eltern geregelt.
7.26 Uhr: Auf einem der Kiss & Go-Streifen parken die ersten Autos. Von den Fahrern keine Spur. Schnell stauen sich die ersten Pkw, die auf eine Zufahrt auf den Kiss & Go-Streifen warten, in der Schulstraße. Schümann macht sich auf den Weg, um die vom Wegeausschuss entworfenen Briefe mit Hinweisen zum Kiss & Go-Streifen hinter die Scheibenwischer zu klemmen. Prompt wird der Wegeausschussvorsitzende von einem zum Auto zurückkehrenden Vater lauthals bepöbelt.
7.30 Uhr: Es klingelt. Die meisten Kinder sind in ihren Klassen. Nur einige Nachzügler kommen jetzt noch angelaufen. Diese Zeit nutzen einige Autofahrer, um auf dem Gelände der Feuerwehr vom Gerätehaus zu wenden. Ein weiteres Auto kommt an. Es hält direkt im absoluten Halteverbot vor der Feuerwache. Eine Tür öffnet sich. Ein Kind steigt aus, rennt Richtung Schule.
7.35 Uhr: Der Spuk ist vorbei. Kein Auto mehr weit und breit. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 27.03.2010

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