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Rinder sollen Liether Moor retten

Verein kauft Hochlandrinder für Erhalt der Moorlandschaft / Finanzierung durch Kuh-Aktien / Hochwertiges Fleisch als Nebenprodukt

KLEIN NORDENDE Dieter Wichmann schlägt mit seiner Idee zwei Fliegen mit einer Klappe: Er verbindet Landschaftspflege mit Arten­schutz. Der neu gegründete "Verein für extensive Robust­rinderhaltung im Liether Moor" will helfen, die Moor­landschaft zu bewahren. Hochlandrinder spielen dabei eine zentrale Rolle. Entschei­dend für den Erfolg des Pro­jekts sind so genannte Kuh- und Kalb-Aktien.

Auf einer Fläche von 20 Hektar sollen zehn vom Ver­ein neu gekaufte Kühe samt Kälbern dafür sorgen, das Landschaftsbild des Liether Moors zu erhalten: Ganzjährig - bei jeder Temperatur - er­nähren sich die Rinder von dem, was die Natur hergibt. Dadurch stellen sie die natür­liche Beweidung wieder her. Die Folge: Kraniche, Kiebitze und Störche finden im Moor­gebiet wieder ein Zuhause. Außerdem soll das seltene Hochlandrind - ursprünglich aus Schottland - artgerecht erhalten und weiter gezüchtet werden. Die Idee des Vereins soll einen Domino-Effekt aus­lösen: Moorlandschaft und Rind profitieren.

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Dieter Wichmann hofft, dass mit Hilfe von Hochlandrindern wie diesen die Liether Moorlandschaft erhalten bleibt.

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"So wie wir es machen, ist es in Deutschland einzigartig", sagt Wichmann, Vorsitzender des Vereins. Und zwar deswegen, weil die Finanzierung be­sonders innovativ ist: Der Ver­ein verkauft Rinder-Aktien, al­so Anteile an den Tieren. Kuh- und Kalb-Aktien sind für je­weils 500 beziehungsweise 100 Euro zu haben. Jedem Käufer einer Aktie gehört so­mit ein Anteil der gesamten Herde der Rinder. Eine jährli­che Dividende von 2,5 bis fünf Prozent ist garantiert. Statt in Geld, kann sie auch "in Fleisch" ausgezahlt werden: aufgrund der artgerechten Haltung in bester Qualität.
Das gute Fleisch ist ein Neben­produkt des Projekts, sagt Wichmann.
"Die Leute können auch ei­ne der Kühe kaufen, die dann wie in einem Hotel unterge­stellt wird", so Wichmann weiter. Denn die Pflege im "Kuh-Hotel" übernimmt der Verein gegen eine monatliche Gebühr.
Die Fläche für das Pilotpro­jekt wird privat durch den Vor­sitzenden des Vereins gespon­sert. Unterstützer sind außer­dem die Gemeinde sowie der "Betreuungsverein Liether Moor". Hendrik Mulert

aus den Elmshorner Nachrichten von 26.11.2010

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