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75 Jahre unterwegs für Wild und Wald

Die Aufgaben der Zukunft sind Biotopschutz und junge Menschen für Natur und Jagd zu begeistern.
Seit Bestehen der Jägergemeinschaft hat sich die Rehwildpopulation verfünffacht.
Revierneulinge sind der Dachs und der Marderhund.

Klein Nordende (ne). Die Jagdgemeinschaft Klein Nordende besteht seit 75 Jahren. Grund genug, um am Sonnabend, 8. November, um 17 Uhr zur Hubertusmesse in der Bugenhagenkirche an der Wasserstraße einzuladen. Zu diesem besonderen Gottesdienst mit Fackelträgern und der Holmer Jugend-Jagdhorn-Bläsergruppe unter Leitung von Detlef Kleinwort sind alle Bürger und Freunde der Jagd eingeladen. In dem von Pastor Ralph-Martin Appel geleiteten Festgottesdienst wird Forstdirektor Hans-Albrecht Hewicker die plattdeutsche Lesung übernehmen.
75 Jahre Jagdgemeinschaft heißt auch, dass sich nicht alles, aber doch einiges verändert hat. Deutlich nach oben ist das Durchschnittsalter der Jäger gegangen. "Uns mangelt es heute an Nachwuchs", sagt Otto Schinkel, Vorsitzender der Jagdgemeinschaft. Allerdings seien nach langer Zeit von den 16 aktiven und zwei passiven Mitgliedern kürzlich wieder drei junge Jäger aufgenommen worden.
Deutlich verändert hat sich auch der Bestand der Wildarten. Von der Anfangszeit der Jagdgemeinschaft bis heute ha
be sich das Rehwild verfünffacht. Zurückgegangen sei dagegen die Anzahl der Hasen. Völlig neu sind im Revier Dachs und Marderhund. Aufgabe der Jäger sei hier das Zählen der Bestände. Die Abschussquoten würden vom Kreis festgesetzt.
Besonders wichtig ist der sorgsame Umgang mit der Natur, mit Flora und Fauna.
Auch ist jedes Mitglied aktives Mitglied des Betreuungsvereins Liether Moor. Hier ist es mit Hilfe der Jäger gelungen, moortypische Feldgehölze anzupflanzen, zwei Biotope zu schaffen und Grenzertragsflächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung herauszuneh
men. Diese Maßnahmen trugen dazu bei, die Lebensräume des Wildes zu verbessern.

Dass es heute überhaupt eine Jagdgemeinschaft Klein Nordende gibt, geht auf die Initiative von Johannes Hell in den 20er Jahren zurück. Der damalige Jagdbezirk Klein Nordende mit einer Gesamtfläche von 900 Hektar (heute 940 Hektar) war an den Uetersener Mühlenbesitzer Johann Peter Lange (Langes Mühle) verpachtet. Da Lange selten jagte, trat er zum 1. April 1927 seinen Jagdbezirk mit 300 Hektar an Hell als Mitpächter ab. "Hannes" Hell fand mit Hermann Butenschön und Theodor Stüben Gleichgesinnte, die gemeinsam zum 1. April 1933 den gesamten Jagdbezirk Klein Nordende übernahmen. Damit war die Jagdgemeinschaft Klein Nordende aus der Taufe gehoben. Neben den drei Pächtern gehörten als Gründungsmitglieder Wilhelm Aue, Johannes Brauer, Hermann Diercks, Christian Horst, Claus Käcken-hoff, Diedrich Kelting, Otto Mohrdieck, Hermann Richters, Otto Schmidt und Hermann Schinckel dazu.

Treibjagd 1966
Die Mitglieder der Jagdgemeinschaft Klein Nordende 1966 mit den Gründungsmitgliedern (vorne, v. L): Hermann Schinckel, Hermann Richters, Sprecher Hermann Diercks,
Diedrich Kelting und Wilhelm Aue. Fotos, Repros: Gerd Nelaimischkis

1938 kam durch die politische Neuordnung das 300 Hektar große Revier Hainholz zu Klein Nordende hinzu. Vom Kriegsende 1945 bis 1952 ruhte offiziell die Jagd. Allerdings interessierten sich außer den "Selbstversorgern" unter den Jägern auch Mitglieder der englischen Besatzungsmacht für das Jagdrevier. Aber Dank der geschickten Einflussnahme des damaligen Hegeringleiters Peter Grilk, so erzählte Chronist Hermann Hell, sei das Revier nicht leer geschossen worden. Denn wo kein Wild war, konnte keines erlegt werden. Nach solchen Pleiten seien die "Tommys" immer weniger auf die Jagd gegangen.
Der offizielle Neustart erfolgte 1952. Als 1959 Johannes Hell starb, wurde Hermann Diercks zum Sprecher gewählt. Diercks gab das Amt 1978 an Günter Hell ab. Von 1985 bis Juli 2003 war Johannes Peter Piening Sprecher der Gemeinschaft, dessen Nachfolger seit 2003 Otto Schinkel ist.
Die Jagdgemeinschaft hat mit Hermann Aue, Klaus Jürgen Mohrdieck, Willi Schliecker und Otto Schinkel heute vier Pächter. Gesellschaftlich steuern die Jäger zum Dorfleben durch verschiedene Aktivitäten und Geselligkeiten bei. Wer in der Jagdgemeinschaft mitmachen möchte, kann sich unter der Telefonnummer (041 21) 9 14 06 melden.

Treibjagd 1984Otto Schinkel

Seit 2003 ist
Otto Schinkel
Sprecher der
Klein Nord-
ender Jagd-
gemeinschaft,
die jetzt ihr
75-jähriges
Bestehen feiert.

Erfolgreiche Treibjagd im Jahr 1984. Hinrich
KoIster vor einer ansehnlichen Menge erlegter
Hasen.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 25.10.2008

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