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Viel Zoff um abgefrästen Asphalt

(über)eifriger Mitarbeiter der Kreisverwaltung sorgt für Streit zwischen Kreis und Klein Nordende / Anzeige gegen Bürgermeister

en-241112KLEIN NORDENDE. Ein besonders eifriger Mitarbeiter der Kreisverwaltung hat für reichlich Irritationen zwichen Klein Nordende und der Kreisverwaltung gesorgt. Sogar die Polizei wurde eingeschaltet.

Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel flatterte eines Tages eine Strafanzeige wegen unsachgemäßer Müllentsorgung und Gefährdung des Wasserschutzgebietes auf den Tisch. Schinckel, die Gemeindevertretung und Vertreter des Amts Elmshorn-Land konnten sich keinen Reim darauf machen.

Was war passiert? Regelmäßig alle zwei Jahre saniert der Wege- und Unterhaltungsverband die Straßen auf Klein Nordender Gebiet. Das dabei entstehende Asphalt fräsgut wird regelmäßig zur Sanierung und Sicherung der Banketten, besonders der Straßen im Liether Moor, verwendet.

Soweit so gut. Ein Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg war kurz nach der Bankettensanierung im Liether Moor unterwegs und wurde auf die Verwendung des Asphaltfräsgutes aufmerksam. In dem Wissen, dass es sich beim Liether Moor um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, das in der Wasserschutzzone "3b" liegt, informierte der Angestellte des Kreises Pinneberg die Polizei. Der Verdacht: Unsachgemäße Müllentsorgung und Gefährdung des Wasserschutzgebietes.

In der Folge erhielt Schinckel besagte Strafanzeige. Letztendlich klärte ein Gutachter, dass von dem Recycling-Material keine Gefahr für das Wasserschutzgebiet ausgeht. Das Verfahren wird wohl eingestellt.

Dass Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde die Verwendung des Asphaltfräsgutes hinterfragen, ist für den Klein Nordender Bürgermeister völlig in Ordnung. Dass dies gleich in Form einer Anzeige erfolgen musste, allerdings nicht. "Hätte der Kreis-Mitarbeiter nicht einfach mal beim Amt Elmshorn-Land oder bei uns anrufen können. Dann hätten wir das direkt klären können", sagt Hans-Barthold Schinckel.

Besonders ärgert ihn, dass das Recycling-Material bereits seit Langem in dieser Form verwendet wird. Bisher ohne Beanstandungen. "Der Kreis legt doch so großen Wert auf eine gute Kommunikation zwischen ihm und den Gemeinden. Davon haben wir in diesem Fall nicht viel bemerkt", schimpft Schinckel. Im Gegenteil: Das gesamte Verfahren kostete Steuergeld, unter anderem für das Gutachten und die Laboruntersuchungen.

In einer E-Mail an Landrat Oliver Stolz hat der Klein Nordender Bürgermeister seinen Standpunkt verdeutlicht. Dem folgte, so Pressesprecher Marc Trampe, ein klärendes Gespräch. "Vom Asphaltfräsgut hätte eine Gefahr für das Wasserschutzgebiet ausgehen können. Dem mussten wir nachgehen. Die Ermittlungen erfolgten über die Polizei. Dabei war allerdings nicht beabsichtigt, dass das Verfahren mit einer Strafanzeige endet", erklärte Trampe und sagt weiter: "Zwischen dem Klein Nordender Bürgermeister und dem Landrat besteht eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die so auch fortgeführt wird. Das Thema ist jetzt vom Tisch." Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 24.11.2012

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