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20 000 Euro Schaden durch Umweltsünder

Seit fünf Jahren wird versucht, die Ursache für die starke Abwasserverschmutzung zu klären.

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Jan Heilmann, Vorsitzender des Umweltausschusses. F: ne

Klein Nordende (ne). "Irgendwann haben wir den Täter", ist sich Dr. Jan Heilmann sicher. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis geklärt werden kann, wer für die massive Verschmutzung des Abwassers verantwortlich ist. Dann habe der Verursacher die gesamten Kosten der Klärung und der Ermittlungen zu tragen. Der Täter, so der Vorsitzende des Umweltausschusses, gehe also ein sehr hohes Risiko ein.
Wie mehrfach berichtet, ist die Gemeinde dem Umweltsünder seit 2003 auf der Spur. Mit einem CSB-Wert (CSB bedeutet chemischer Sauerstoff-Bedarf zur Reinigung des Abwassers) von über 2000 Milligramm pro Liter lagen die Klein Nordender deutlich über dem Grenzwert von 1451 Milligramm pro Liter. Das übermäßig belastete Abwasser muss vom Abwasserzweckverband Pinneberg (AZV) durch zusätzliche Oxidation der organischen Stoffe besonders gereinigt werden. Das kostet. Die Gemeinde zahlte 2004 und 2005 jeweils 11 000 Euro für die Gewässerreinigung, 2006 waren es 7000 Euro und 2007 betrug die Summe 2000 Euro.
Um dem Täter auf die Spur zu kommen, führe der AZV jetzt zusätzliche Messungen durch, erklärte Peter Bartl während der Sitzung des Umweltausschusses im Gemeindezentrum. Darunter, so der stellvertretende Bürgermeister, seien bisher sehr gute Belastungswerte von 600 bis 800 Milligramm pro Liter gemessen, aber auch wieder sehr schlechte Ergebnisse mit einem Spitzenwert von 8000 Milligramm pro Liter festgestellt worden. Positiv im Sinne der Ermittlungen sei, so Bartl, dass in den einzelnen Strängen sehr unterschiedliche Werte gemessen worden seien. Diese wiesen möglicherweise auf die Herkunft der Verschmutzung hin.
Weitere Maßnahmen zur Rattenbekämpfung musste der Umweltausschuss allerdings vertagen. Wie berichtet, vermehren sich durch den Klimawandel wie überall auch in Klein Nordende die Wanderratten. In dem Dorf, so wird geschätzt, halten sich etwa 15000 Ratten auf, deren Anzahl durch Maßnahmen reduziert werden soll. Bevor der Ausschuss konkrete Maßnahmen empfiehlt, soll der Entwurf des Kreises Pinneberg abgewartet werden, der Bürger zur Meldung von Rattenbefall und zu Gegenmaßnahmen verpflichtet. Zurzeit wird an verschiedenen Punkten in der Gemeinde die Stärke des Rattenbefalls geprüft.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 24.10.2008

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