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Jetzt kommt das Rückhaltebecken

Das Reservoir soll bei starken Regenfällen Wasser aus Elmshorn aufnehmen / Um den Bau wurde drei Jahre lang gestritten

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Der Bau des Regenrückhalte-Topfes1 des AZV in Klein Nordende hat begonnen. MKA

KLEIN NORDENDE Am Klein Nordender Ziegeleiweg tut sich etwas. Der Bau des Regenrückhalte-Behälters1 auf der Fläche zwischen "An der Bahn" und dem Ziegeleiweg durch den Abwasserzweckverband Südholstein (AZV) hat begonnen. Der Behälter wird einen Durchmesser von 36 Metern, ein Fassungsvermögen von 5 000 Kubikmetern, eine Höhe von 4,80 Metern über Grund haben. "Der AZV hat alle unsere Forderungen erfüllt. Der Behälter wird überdacht, die Umgebung so gestaltet, dass ein 1,80 Meter großer Mensch von der Straße aus den Behälter nicht sehen kann. Der AZV hat zugesagt, dass die Bepflanzung so gewählt wird, dass der Sichtschutz das ganze Jahr gewährleistet ist" erklärt der Vorsitzende des Klein Nordender Umweltausschusses, Dr. Jan Heilmann. Zufrieden ist er auch mit der Tatsache, dass ein möglicher zweiter Speicherbehälter nur dann gebaut wird, wenn sich keine andere Lösung finden lässt.
Nachdem der AZV alle Forderungen der Gemeinde erfüllt hatte, sah Klein Nordende keinen Grund mehr, den Vertrag nicht zu unterzeichnen. "Mehr ging nicht", so Heilmann und sagt rückblickend: "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, denn wir wollten den Behälter eigentlich nicht. Bei einer Klage hätten die Chancen nur 50:50 gestanden. Das Risiko war uns einfach zu groß. Ich denke, wir haben bei den Verhandlungen eine Menge erreicht."
Dem Baubeginn vorausgegangen waren intensive Gespräche über fast drei Jahre zwischen der Gemeinde Klein Nordende und dem AZV sowie kontroverse Diskussionen im Klein Nordender Umweltausschuss und der Gemeindevertretung.
Zum Hintergrund: Bei starken Regenfällen kann das Wasser im Süden Elmshorns nicht schnell genug abfließen. Deshalb suchte der AZV eine Fläche, um einen Behälter bauen zu können, in dem das Wasser zwischengelagert werden kann. Fündig wurde der Zweckverband in Klein Nordende. Problem: In Elmshorn gibt es nach wie vor Mischwasserkanäle in denen sowohl Regen-, als auch Abwasser zusammen fließen. Deshalb hatten die Klein Nordender erhebliche Bedenken wegen möglicher Geruchsbelästigungen. Auch die Größe des Behälters stieß bei der Gemeinde auf Ablehnung. In einem Naherholungsgebiet wie dem Liether Moor auf einen 4,80 Meter hohen Behälter sehen zu müssen, gehört nicht zu den Idealvorstellungen der Gemeinde. Daraus entstanden schließlich die Ideen, den Behälter zu überdachen, eine Luftreinigung zu installieren und ihn hinter einer lückenlosen Bepflanzung zu verstecken. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 24.03.2010

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1 Anmerkung der Internet-Redaktion: Es handelt sich um einen Schmutzwasser-Behälter bzw. Abwasser-Topf.

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