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Zoff am Skat-Tisch

Überreizt - Zoff am Skat-Tisch

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Vorstand der Klein Nordender Skatfreunde wirft den Pächtern des SV-Lieth-Clubheims Betrug vor - die Wirte wehren sich.

KLEIN NORDENDE. Mit einem Glockenschlag läutete der Erste Vorsitzende der Klein Nordender Skatfreunde Willi Böge eine turbulente Jahreshauptversammlung ein: Der Umzug der Skatfreunde von ihrem bisherigen Vereinslokal, dem Sportlerheim der SV Lieth, ins Töverhuus hatte bei den Skatspielern viele offene Fragen hinterlassen, die der Vorstand beantworten musste.

Willi Böge ließ die Ereignisse, die zum Wechsel des Vereinslokals führten, Revue passieren und erhob Vorwürfe gegen die Pächter des Clubheims der SV Lieth. "Erstens, die Leute haben uns bewusst betrogen. Zweitens, der Vorstand hat sich einstimmig gegen eine Weihnachtsfeier im Sportlerheim des SV Lieth ausgesprochen, da das Essen in Form eines kalt/warmen Buffets 40 Euro oder eines Tellergerichts 34 Euro pro Person kosten sollte, und nicht, wie vom Vorstand vorgegeben zwischen 20 bis maximal 25 Euro. Nach unserer Absage ist die ganze Sache eskaliert", erklärte Böge.

Die Weihnachtsfeier der Skatfreunde ging schließlich im Töverhuus über die Bühne. Der Vorstand hatte sich einstimmig für diese Vorgehensweise ausgesprochen. "Das Angebot des Clubheims der SV Lieth war uns einfach zu teuer. Das können wir uns nicht erlauben. Deshalb haben wir uns anders entschieden und uns ordnungsgemäß abgemeldet", sagte der Erste Vorsitzende ergänzend. Der Vorstand der Skatfreunde schilderte anschließend Details zu den Betrugsvorwürfen. Während eines Heimspiels der Ligamannschaft wurden die Skatspieler wie immer mit zwei halben Brötchen und zwei Tassen Kaffee bewirtet. "Das wären 32 halbe Brötchen und 32 Tassen Kaffee. Abgerechnet wurden jedoch 40 halbe Brötchen und vier Tassen Kaffee je Spieler. Wir haben mehrere Mitglieder gefragt, ob sie während des Spiels eine Party gefeiert haben. Die Spieler erklärten uns, dass alles so wie immer war. Darauf hin haben wir um eine Überprüfung der Rechnung gebeten. Wir bekamen nur zur Antwort, dass alles richtig ist, ohne weitere Erklärung. Das ist in unseren Augen Betrug", waren sich die Vorstandsmitglieder einig. Böge erklärte, dass er mehrfach das Gespräch mit den Pächtern des Clubheims gesucht habe und die Skatspieler schließlich an einem regulären Spieleabend vor verschlossenen Türen gestanden hatten.

Die Pächter des Clubheims der SV Lieth Marcus Semmelhack und Michael Kohlscheen sind fassungslos, irritiert und verärgert. Auf Nachfrage machten sie nachdrücklich deutlich: "Die Vorwürfe des Vorstands der Skatfreunde Klein Nordende entbehren jeder Grundlage." Zu den Vorwürfen des Betrugs stellen sie klar: "Wir haben nur das abgerechnet, was tatsächlich verzehrt wurde. Wir können es uns nicht leisten, falsch abzurechnen!"

Die beiden Pächter wehren sich auch gegen den weiteren Vorwurf, ein überteuertes Angebot für die Weihnachtsfeier der Skatfreunde abgegeben zu haben. "Der Erste Vorsitzende des Skatfreunde Willi Böge kam zu uns und bat um Vorschläge für deren Weihnachtsfeier. Böge wollte ein exklusives Buffet und nannte auch auf Nachfrage keine Preisvorstellungen", berichten Semmelhack und Kohlscheen. "Wir haben ein Buffet angeboten und zwei verschiedene Drei-Gänge-Menüs, die preislich zwischen 36 und 32 Euro lagen", so Semmelhack weiter. Erst im Nachhinein, als dieses Angebot bereits vorlag, soll Böge dann wütend im Clubheim aufgetaucht sein und das Angebot abgelehnt haben. Im gleichen Atemzug soll Böge im Beisein von Vorstandskollegen nach Angaben der Clubheim-Betreiber klar gemacht haben, dass er sehr wohl die Preisvorstellungen der Skatfreunde vor Angebotserstellung mitgeteilt hatte.

Das Bittere an dieser Streitigkeit für die Clubheim-Betreiber: "Wir wissen, dass vor der Ablehnung unseres Angebots und dem Streit um die Preise, der Termin für die Weihnachtsfeier im Töverhuus längst gebucht war." Im Anschluss eskalierte der Streit. Böge soll mehrfach schimpfend im Clubheim aufgetaucht sein, verbal die Mitarbeiter des Clubheims und die Familien der Betreiber angegriffen haben. Weitere Telefonate zwischen den Parteien brachten keine Ergebnisse.

Die Sportlerheim-Pächter stellen auch klar, dass die Skatspieler nicht vor verschlossenen Türen gestanden haben, sondern Böge die im Clubheim anwesenden Spieler aufgefordert hatte, ins neue Vereinsheim, das Töverhuus, zu gehen. Ein Gespräch mit allen Beteiligten, das vor wenigen Tagen auf neutralem Boden stattgefunden hat, soll außer der Wiederholung der Vorwürfe von Seiten des Skatfreunde-Vorstands nichts gebracht haben.

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"Auf meine Frage, welches Ziel das Gespräch hat, bekam ich nur zur Antwort, dass es für dieses Gespräch kein Ziel geben würde", sagte Semmelhack und weiter: "Die Skatspieler sind jederzeit im Clubheim der SV-Lieth willkommen, aber nicht mit dem amtierenden Ersten und Zweiten Vorsitzenden. Es ist jammerschade, auch aus wirtschaftlicher Sicht, dass die Skatfreunde nicht mehr im Clubheim spielen. Wir lassen uns aber nicht vorwerfen, dass wir Lügner und Betrüger sind", erklären Kohlscheen und Semmelhack. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 24.01.2013

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