Pressearchiv

Unser Pressearchiv

Abklatschen mit Jogi Löw

Nachwuchsfußballer Lennart Keßner hatte als Fahnenträger seinen ersten Länderspiel-Einsatz

en-231111-2a.jpg
Die Liether Jungs hielten beim Länderspiel Deutschland - Niederlande die deutsche Fahne. DAPD


KLEIN NORDENDE Die Augen der Zuschauer beim Länderspiel Deutschland - Niederlande ruhten einige Minuten lang auch auf acht Spielern der SV Lieth. Denn die Nachwuchskicker waren vom Hamburger DFB-Stützpunkt als Fahnenträger ausgewählt worden und kamen somit den Nationalspielern deutlich näher als die meisten Fans. Neben Jan-Luca Bruckmann, Dominic Lemcke, Frederick Lorenzen, Philipp Matthies-sen, Moritz Rosemeier, Yannick Sahs und Fabian Werning gehörte auch Lennart Keßner zu denjenigen, die Fahnen in Szene setzten.

en-231111-2b.jpg
Lennart Keßner war beim Länderspiel - als Fahnenträger. ASB

Der Einsatzort des Neuendorfers war die deutsche Nationalfahne. Seit drei Jahren spielt der 14-Jährige bei der SV Lieth im zentralen Mittelfeld und ist zudem Mitglied der Hamburger Auswahl. Dieser Tatsache verdankt er auch, dass er jetzt seinen ersten Länderspiel-Einsatz hatte. Seine Fußballkarriere hatte Lennart Keßner vor fünf Jahren beim TSV Neuendorf begonnen, davor spielte er in der SG Neuendorf/Kollmar Handball.

"Der DFB-Stützpunkt hatte insgesamt 70 Jungs eingeladen. 25 waren mit der DFB-Fahne am Mittelkreis, je 20 hielten die beiden Nationalfahnen. Außerdem waren noch ein paar Jungs an der Seitenlinie", berichtet das Fußballtalent.
Der Einsatz als Fahnenträger war eine langwierige Angelegenheit: Bereits um 13.30 Uhr war Treffpunkt am Sachsenweg in Hamburg-Niendorf. Dorthin wurden die Jungs auch nach dem Abpfiff wieder gebracht. Die Eltern der Fahnenträger mussten draußen bleiben: Für sie gab es keine Freikarten sondern Fahrdienst mit Spätschicht. "Ich hab im Fernsehen extra genau hingesehen, ob ich Lennart erkennen kann", berichtet Britta Keßner, deren Sohn schließlich gegen 0.30 Uhr wieder in Neuendorf eintraf. "Aber ich hab ihn nicht entdeckt."

"Wir wurden mit dem Bus zur Arena gebracht und haben auf einem Nebenplatz die Laufwege einstudiert", berichtet der Realschüler der Gemeinschaftsschule Langelohe. "Jeder hatte seinen festen Platz an der Fahne und wir mussten üben zu Musik gleichmäßig entlang der Mittellinie zu laufen. Und wir probten, wann und wie die Fahne, die auf dem Platz lag, ausgefaltet und gehalten werden sollte", setzt er fort.

Danach wurden die Jungs mit einheitlicher Leihkleidung - einem Trainingsanzug und einer Regenjacke - ausgestattet. "Während David Gar-rett und das Polizeiorchester die Nationalhymnen spielten, mussten wir die Fahne stramm halten. Später wiegten wir sie im Takt, so wie wir es geübt hatten. Schließlich haben wir die Fahne dann wie eine Wurst zusammengefaltet und auf unseren Schultern zur Eckfahne getragen." Damit endete der Auftritt für Lennart Keßner, andere Jungs breiteten noch einmal in der Halbzeitpause die DFB-Fahne im Mittelkreis aus.

Als Belohnung für ihre Hilfe durften die Fahnenträger das Spiel vom Block 28 A aus verfolgen. In der Halbzeitpause suchten sie die Nähe der deutschen Spieler und hielten sich hinter dem Tor von Manuel Neuner auf. Die beeindruckendste Begegnung hatten sie jedoch nach dem Abpfiff. "Jogi Low kam zu uns und sagte 'Hallo Jungs", bevor er sich mit uns abklatschte", freut sich Lennart Keßner noch heute über die Anerkennung.

Anke-Suzan Behrmann

aus den Elmshorner Nachrichten vom 23.11.2011

Zurück