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Verkehr unter frei schwebenden Rohren?

ELMSHORN/KLEIN NORDENDE Riesige Rohre weit über der Fahrbahn. Fast schon Alltag auf Elmshorns
Straßen. Was jedoch am Heidmühlenweg zu sehen war, ist bisher nicht vorgekommen. Angeblich setzten
Autofahrer und Passanten ihren üblichen Weg fort. Und das trotz der Abwasserleitung, die hoch über ih-
nen schwebt. Ein gefährliches Unterfangen, das so weder genehmigt noch erlaubt ist. Üb

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Gefährlicher Aufbau der Vorflutleitung?

Anwohner wundern sich über frei schwebende Rohre über der Straße

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Arbeiter montierten die Abwasserrohre in luftiger Höhe. BEIER

Kaum steht die provisorische Abwasserleitung des Abwasser Zweckverbands (AZV) Südholstein im Nordender Weg, gehen die Arbeiten auch schon weiter. Schauplatz diesmal: Der Heidmühlenweg.
Auch dort muss die sogenannte Vorflutleitung, die die Abwasserentsorgung während nahender Kanal- und Schachtsanierungsarbeiten sichert, verlegt werden. Und auch hier beäugen die Anwohner die Baumaßnahmen mit großer Skepsis. Besonders fragwürdig erschien den besorgten Hauseigentümern das Zusammenspiel von Bauarbeiten und Verkehrsfluss.
Ein Kranwagen hievte die riesigen Rohre über die Fahrbahn. "Ist das rechtens?", fragte sich wohl nicht nur Peter Werner, Anwohner des Heidmühlen-wegs. "Arbeiten unter schwebenden Lasten, das ist nicht einmal in der Industrie erlaubt", ist sich der Anrainer sicher. "Warum geht dies also mitten auf der Straße?" Zwar fühlt sich der Elmshorner vom AZV gut aufgeklärt und konnte dem frühzeitig verteilten Informationsschreiben viele nützliche Hinweise entnehmen, dennoch hegt er Zweifel an der Vorgehensweise.

"Vollsperrung wäre sinnvoll gewesen"

"Ich denke, eine Vollsperrung der Straße während der Bauarbeiten an diesem Teilstück wäre mehr als sinnvoll gewesen", erklärt er seine Sicht des Geschehens. "Es ist ein Unding, dass die Autos ungehindert unter dem nur durch einen Kran gesicherten Rohr hindurchfahren mussten!"
Keiner jedoch fühlt sich für die gefährliche Aktion verantwortlich. Weder Bauleiter, noch Sicherheits-koordinator waren während besagter Bauarbeiten anwesend. "Meines Wissens nach wurde der Verkehr während des Umschwen-kens des Rohres durch Sicherheitsposten gestoppt", gibt Projektleiter Claus Pensky an. Und weiter: "Wir arbeiten nur mit Profis zusammen, die über Risiken und Sicherheitsvorkehrungen aufgeklärt sind."
Eigentlich. Denn sicher, dass alles nach Plan und Vorschrift lief, kann er sich trotz großen Vertrauens in Bauarbeiter und anwesende Kräfte nicht sein. Dennoch betont er, dass Sicherheit von Anwohnern und Passanten im Zentrum des Interesses stehen würden.
Auch Sicherheitskoordinator Harald Czerwionka meldet sich zu Wort: "Den Hinweisen der Anwohner wird definitiv nachgegangen." Die Verantwortlichen sollen gefunden und das Vorgehen genau überprüft werden.
"Sollte sich der Verdacht bestätigen, werden Konsequenzen gezogen", bestätigt Czerwionka. Wie diese jedoch aussehen könnten und wodurch derartige Fehler in Zukunft vermieden werden, wird sich erst bei der nächsten Baubesprechung zeigen. Lisa Beier

aus den Elmshorner Nachrichten vom 23.10.2010

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