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Hier gestalten Bürger die Zukunft

Ortsentwicklungskonzept für Klein Nordende liegt vor / Gemeinde will moderat wachsen / Ergebnisse werden am 8. Mai vorgestellt

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KLEIN NORDENDE Wo und was darf in Klein Nordende in den kommenden Jahren gebaut werden? Wie soll der Verkehr fließen? Und was macht die Lebensqualität in dem 3300 Einwohner zählenden Ort aus? Diesen Fragen spürt seit gut einem Jahr das Bürgerforum Klein Nordende nach. Auch die Lokalpolitiker sind in das Projekt eingebunden.

Schließlich sind sie es, die letztlich in der Gemeindevertretung über die zukünftige Gestaltung des Ortes entscheiden müssen. Nun liegt das Ortsentwicklungskonzept vor. Dieses soll am 8. Mai im Rahmen einer Abschlusspräsentation ab 19 Uhr im Gemeindezentrum der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Seit Februar 2014 arbeiten die Mitglieder der drei Arbeitsgruppen "Natur und Umwelt", "Bauen und Wohnen" sowie "Wege und Verkehr" an dem Konzept, das stolze 66 Seiten umfasst. Während eines Pressegesprächs stellten die Verantwortlichen die Eckpunkte vor. Im Bereich "Bauen und Wohnen" wird eine "bedarfsgerechte und moderate Siedlungsentwicklung" gefordert, außerdem soll "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" stehen, und die "ortsüblichen Bebauungsformen und -dichten" beachtet werden. Ausdrücklich spricht sich das Forum nicht gegen weitere Baugebiete aus.

Aktuell seien 43 Familien an einem Bauplatz in Klein Nordende interessiert, sagte Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel, der den "sehr hohen Wohnwert" in seiner Gemeinde hervorhob. Ganz bewusst habe die Politik in den vergangenen ein bis eineinhalb Jahren in Bezug auf neue Baugebiete "den Ball flach gehalten",

weil man erst einmal die Ergebnisse des Bürgerforums abwarten wollte. "Was wir wollen, müssen wir nun zusammen besprechen", kündigte Schinckel für die Umsetzungsphase an.

Noch vor den Sommerferien sollen die Konzepte der Arbeitsgruppen den jeweils zuständigen Ausschüssen vorgelegt werden. Für diesen Herbst rechnet Schinckel mit ersten Ergebnissen. Das Einbinden des Ortsentwicklungskonzeptes in die Gemeindepolitik werde "eh ein Prozess sein". Doch der Klein Nordender Bürgermeister versprach: "Wir packen es zügig an."

Im Themenbereich "Natur und Umwelt" wird unter anderem die "Erstellung eines lokalen Biotopverbundkonzeptes und Ausgleichsflächenkonzeptes" in Verbindung mit dem Ökokonto gefordert. Außerdem will sich das Forum für den "Erhalt des Grüngürtels, der das südöstliche Siedlungsgebiet umschließt" stark machen, und eine "Verbindung des Liether Moores und der Liether Kalkgrube mit der Marsch" anregen. Die Gruppe "Verkehr" setzt sich für eine "Verlagerung des Kfz-Verkehrs, insbesondere des Durchgangsverkehrs, auf die Hauptstraßen" ein. Hinsichtlich der "Reduzierung der Verkehrsgeschwindigkeiten" ist ein Kunstprojekt angedacht. Und an den Abenden und Wochenenden würde die Arbeitsgruppe gern das ÖPNV-Angebot erweitert sehen.

Koordiniert wurden die drei Arbeitsgruppen von einer Lenkungsgruppe, die aus Forums-Mitgliedern und Vertretern der Politik besteht. "Wir haben die drei Konzepte der Gruppen auf eine Linie gebracht", erklärte Lenkungs-Mitglied Marco Ader. Viele in den Gruppen angesprochene Themen seien bereits von der Gemeinde angepackt worden. Verbessert werden soll die Kommunikation zwischen Politik und Bürgern. So sei vielen Einwohnern "nicht ganz klar, wie sich die Gemeinde überhaupt finanziert". Um dies zu ändern, soll schon bald eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die konkrete Vorschläge machen soll, wie der Haushalt für die Bürger transparenter dargestellt werden kann, und wo sich Möglichkeiten einer Mitgestaltung ergeben könnten. Carsten Wittmaack

buergerforum-klein-nordende.de

aus den Elmshorner NAchrichten vom 22.04.2015

 

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