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"Schmutzzölle"

Klein Nordende Die Gemeinde will vom Abwasserzweckverband zuviel kassierte "Schmutzzölle" erstattet haben. Der Zweckverband hatte hohe Gebühren kassiert, da das Abwasser besonders stark verschmutzt war. Externe Gutachter bewiesen das Gegenteil.

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Klein Nordende will "Schmutzzölle" zurück

KLEIN NORDENDE 42000 Euro "Schmutzzölle" hat die Gemeinde Klein Nordende zwischen 2004 und 2008 an den Abwasserzweckverband des Kreises Pinneberg (AZV) gezahlt. Der Grund: Die Gemeinde hatte die zulässigen Grenzwerte für Schutz- und vor allem Fetteinleitungen erheblich überschritten. 2009 wurde Klein Nordende sogar ein Strafzuschlag von 18 Cent je Kubikmeter Schmutzwasser, insgesamt 22000 Euro, berechnet. "Doch jetzt haben wir herausgefunden, dass die Messmethode des AZV falsch war", berichtete Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel dem Gemeinderat.
Schinckel blickte kurz auf die Abwasser-Probleme der Vergangenheit zurück. Seit 2004 suchte Klein Nordende nach den Ursachen der hohen Verschmutzung des Abwassers. Besonders Fetteinleitungen verursachten nach den Messungen des AZV die Überschreitung der Grenzwerte. Die Gemeinde machte sich daraufhin auf Spurensuche. Ließ wiederholt Proben nehmen, stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, ließ die Kanäle mit Videotechnik untersuchen. Immer ohne greifbare Ergebnisse.

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Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel schilderte die "Abwasser-Mess-Odyssee". MKA

Schließlich fand die Gemeinde mit dem ISW, den Ingenieuren für innovative Wasserwirtschaft aus Magdeburg, einen neuen Partner. Die Ingenieure untersuchten die vom AZV erhobenen Messdaten, überprüften die Probenentnahmen und kamen zu einer überraschenden Feststellung: Die Messmethode des AZV ist falsch. Der AZV nahm die Proben aus stehendem Wasser in einem Übergabeschacht. Um die Proben zu entnehmen, wurde der Entnahmebehälter durch eine vorhandene Fettschicht geführt und anschließend durch diese auch wieder aus dem Schacht herausgeholt.
Nach der entsprechenden DIN-Verordnung muss eine Probenentnahme aber aus fließendem Wasser erfolgen. "Während der Prüfung des gesamten Vorgangs durch die ISW haben wir immer in engen Kontakt mit dem AZV gestanden. Der AZV hat bestätigt, dass die bisherige Messmethode nicht optimal ist", erläuterte Schinckel.
Die aktuellen Messungen geben Klein Nordende recht. Alle 2010 gemessenen Abwasserwerte befinden sich deutlich, unterhalb der Grenzwerte. "Wir haben die Zahlung der 22000 Euro für 2009 zurückgestellt und erwarten, dass wir die 42000 Euro aus den Vorjahren zurück bekommen. Wir möchten auch die Kosten für die Kanalinspektion und die Arbeit der ISW erstattet haben", sagte Bürgermeister Schinckel. mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 22.03.2010

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