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Zoff um neuen Liether Kunstrasen

Zoff um neuen Liether Kunstrasen

KLEIN NORDENDE Die SV Lieth will 600 000 Euro für einen neuen Kunstrasenplatz investieren. Elmshorn und die Nachbargemeinde Klein Nordende waren sich einig: Der Sportverein soll in diesem speziellen Fall gemeinsam unterstützt werden. Ein schöner Plan, doch er funktioniert nicht. Die seit 1974 geltenden Sportförderrichtlinien des Kreises Pinneberg machen den Sportplatz-Bauern einen Strich durch die Rechnung. 

Sportförderung SV Lieth: Kritik am Kreis Pinneberg

ELMSHORN/KLEIN NORDENDE Elmshorns Politiker sind genervt vom Kreis Pinneberg. Sie kritisieren die Sportförderrichtlinien als zu alt, realitätsfremd und dringend "renovierungsbedürftig". Leidtragende könnten in einem besonderen Fall die Sportler in der Spielvereinigung (SV) Lieth sein.

Darum geht es: Die SV Lieth will einen Kunstrasenplatz bauen (wir berichteten). Der Elmshorner Verein muss dafür etwa 600000 Euro investieren. Elmshorn und die Nachbargemeinde Klein Nordende waren sich einig: Der Sportverein, der zwar auf Elmshorner Hoheitsgebiet, aber direkt an der Ortsgrenze zu Klein Nordende liegt, soll in diesem speziellen Fall gemeinsam unterstützt werden.

Die einvernehmliche Lösung von Stadt und Gemeinde hat gute Gründe: Je zur Hälfte kommen die Mitglieder der SV Lieth aus Elmshorn und der Nachbargemeinde. Und: Klein Nordende mit seinen etwa 3000 Einwohnern hat ansonsten keinen Breitensportverein; die SV Lieth - so wurde bei der jüngsten Elmshorner Hauptausschusssitzung aus der Neujahrsrede des Klein Nordenders Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel zitiert - sei zudem ein "gefühlt Klein Nordender Verein".

Entsprechend entstand folgender Plan: Elmshorn und Klein Nordende bezuschussen das Projekt des Sportvereins mit je 15 Prozent der Investitionskosten, 20 Prozent übernimmt der Kreis Pinneberg und die restlichen 50 Prozent trägt der Verein.

Ein schöner Plan, doch er funktioniert nicht. Nach den seit 1974 geltenden Sportförderrichtlinien des Kreises Pinneberg wird nur ein Zuschuss von maximal 20 Prozent gezahlt, wenn die Standortkommune mindestens genauso viel Geld gibt - und die Standortgemeinde ist Elmshorn. Dass die Stadt und Klein Nordende gemeinsam den Sport sogar mit 30 Prozent fördern wollen, ist dabei nicht relevant. Laut Regel muss Elmshorn 20 Prozent übernehmen.

Elmshorns Politiker wollen ihr Wort halten, würden sogar 20 statt 15 Prozent zahlen, aber der Rest bliebe dann bei der SV Lieth hängen: 60 statt 50 Prozent der Summe, also rund 60000 Euro mehr als geplant. Und das will eigentlich keiner - bloß, weil eine alte Richtlinie des Kreises Pinneberg die ansonsten immer gelobte, Kommunalgrenzen überschreitende Kooperationen nicht vorsieht.

Deshalb setzen Elmshorns Politiker auch weiterhin auf Gespräche mit dem Nachbarn, um den Sportler letztlich einen 60prozentigen Kostenanteil zu ersparen. Am Mittwoch, 27. Februar, beschäftigt sich dann von 18 Uhr an wieder der Sportausschuss während seiner öffentlichen Sitzung in der Weißen Villa mit dem Thema. Vielleicht wird dort schon eine Lösung präsentiert.    cpe

aus den Elmshorner Nachrichten vom 22.02.2013

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