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"Wir müssen da jetzt durch"

Klein Nordendes Haushalt weist hohes Defizit aus / Bürgermeister kritisiert Erhöhung der Kreisumlage / Vereins-Zuschüsse stabil

KLEIN NORDENDE Der Klein Nordender Haushalt weist für 2012 einen Fehlbetrag von rund 550000 Euro aus. Laufend steigende feste Kosten verursachen dieses Defizit.

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Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel beim Studieren des Haushalts 2012. MKA

In den Monaten vor der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres waren Klein Nordendes Bürgermeister und Finanzausschussvorsitzender Hans-Barthold Schinckel und seine Mitstreiter durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Innerhalb von weniger Wochen hatten sich die Haushaltsansätze für 2012 gravierend verändert. Im September wies der Haushalt ein Defizit von rund 400 000 Euro auf, im Oktober dann schon knapp 800000 Euro. "Als wir den Haushalt im Finanzausschuss diskutiert haben, hatten wir einen Fehlbetrag von 550000 Euro. Damit müssen wir jetzt erst einmal leben", so der Bürgermeister. Grund des Verwirrspiels: Von Seiten der Verwaltung wurden die Haushaltsansätze laufend neu eingepflegt und aktualisiert und begründeten so die teilweise erheblichen Veränderungen.

Schinckel erläuterte während der Gemeinderatssitzung die Eckdaten der Haushaltssatzung. Schule, Kindergarten, Löhne und Gehälter sind die größten Ausgabenposten. Des Weiteren die Amtsumlage mit 346 000 Euro sowie die Kreisumlage. Die Kreisumlage, die im kommenden Jahr von 865 000 auf 941000 Euro steigt, ärgert den Klein Nordender Bürgermeister besonders. "Aus unserer ,guten' Finanzlage resultiert die Anhebung der Kreisumlage. Ich verstehe nicht mehr, wo unsere Finanzlage gut sein soll", sagte Schinckel und ergänzte: "Unser Defizit treibt mir die Zornesröte ins Gesicht." Obwohl die Einkommenssteuerzuweisungen 2012 laut Prognose höher sein werden als im laufenden Jahr, wird diese Erhöhung sofort durch die Erhöhungvon Kreis- und Amtsumlage wieder aufgefressen. "Das Geld, dass wir mehr bekommen sollen, ist gleich wieder weg", erklärte Schinckel.

Der Bürgermeister stellte fest, dass auf Dauer die festen Kosten nicht aus den laufenden Einnahmen zu finanzieren sind. Immer wieder müsse die Gemeinde ihr Tafelsilber verkaufen, um die laufenden Kosten, die zu tragen die
Gemeinde verpflichtet ist, zu decken. "Wir müssen da jetzt durch", stellte Schinckel sichtlich resigniert fest.

Auch der Konsolidierungsausschuss konnte keine gravierenden Einsparungsmöglichkeiten finden. "Wir haben mehrmals zusammen gesessen und immer wieder festgestellt, dass es kaum noch Sparmöglichkeiten gibt. Schule und Kindergarten sind feste Kosten. Wir verzichten allerdings darauf, Haushaltsreste zu übertragen", erläuterte der Bürgermeister und machte deutlich, dass bei den freiwilligen Leistungen für die Klein Nordender Vereine nicht gespart werden soll. "Unsere 15 Vereine bekommen pro Jahr zusammen knapp 23 000 Euro. Die Vereine brauchen dieses Geld. Wenn wir diese Mittel streichen, dann treffen wir garantiert die Falschen. So lange wir nicht gezwungen sind, diese Gelder zu streichen, machen wir es nicht", betonte Schinckel. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 21.12.2011

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