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Ein Paradies für Frosch und Rind

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Verein für Robustrinderhaltung macht mit Froschschützern gemeinsame Sache: Neuer Froschteich im Liether Moor

KLEIN NORDENDE. In unmittelbarer Nähe der "Kuhschule" und der Fersenweide des Vereins für extensive Robustrinderhaltung im Liether Moor gibt es seit Neuestem einen neuen Froschteich. Eher zufällig war der Erste Vorsitzende des Robustrindervereins Dieter Wichmann auf den Verein "knik", Koordination Natur im Kreis, gestoßen. Eines der Projekte des Vereins ist das "Froschland". Mit diesem Projekt sollen bis voraussichtlich Ende 2013 in Schleswig-Holstein Teiche für Frösche angelegt und alte Gewässer saniert werden. Das Besondere: Die Maßnahme wird vom schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium voll finanziert.

Eine Idee, die beim Robustrinderverein auf fruchtbaren Boden fiel. Wichmann setzte sich mit Projektkoordinatorin Melanie Schubert in Verbindung und wollte mehr über die Froschteichinitiative wissen. Schubert besuchte den Robustrinderverein, schaute sich die Fersenweide an, erkundete die Umgebung. Da die Gegebenheiten für den Froschteich optimal waren, konnte die Idee vom Froschteich realisiert werden.

Bei der Einweihung des Teiches lobte Wichmann die Projektkoordinatorin, die nicht nur den Bau des Teiches überwacht hatte, sondern auch die komplette bürokratische Abwicklung für das Projekt übernommen hatte. "Das ist der beste Teich weit und breit", stellte Wichmann fest.

An Melanie Schubert war es anschließend, die Anwesenden über den Sinn des Projektes "Froschland" zu informieren. Sie berichtete, dass sich im Laufe der Jahre die Landwirtschaft und die Lebensräume der Frösche verändert haben. Zahlreiche Knicks und Froschteiche sind verschwunden. Die Entfernung zwischen den Teichen ist heute oft für die Frösche zu groß. Ein Wechsel von einem Teich zum anderen schwierig bis unmöglich. Das bedeutet, so Schubert, dass sich die Gene der Frösche nicht vermischen. Das ist eine Gefahr für die Zukunft. Je vielfältiger die Gene der Frösche, desto besser für die Anpassungsmöglichkeiten. Deshalb sei es so wichtig, dass die Lebensräume der Amphibien vernetzt sind, erklärte die Projektkoordinatorin.

Der Teich im Liether Moor bietet den Fröschen ausreichend Wassertiefe, um hier überwintern zu können, Flachzonen, in denen sich das Wasser schnell erwärmt. Die Robustrinder wiederum sorgen dafür, dass am Uferrand das Gehölz nicht hoch wachsen kann. Für ausreichende Verstecke wurde ebenfalls gesorgt. Wenn der Teich sich mit Wasser gefüllt hat, hoffen Schubert und Wichmann im kommenden Jahr auf die Besiedelung mit den seltenen Moorfröschen, Erdkröten und Grasfröschen. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 21.09.2012

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