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Hilfe für die Helfer: Grundschule hofft auf Rettung der Vereine

Schulverein und Betreute Grundschule in Klein Nordende brauchen Hilfe - schon bald könnte alles aus sein

Zusammen hatten sie sich für das neue Spielgerät eingesetzt, nun durften die Erwachsenen probesitzen Foto: Daniela Lottmann

KLEIN NORDENDE / Daniela Lottmann

Zu meiner Zeit war das hier totes Ge­biet“, erzählt Fran­ziska Höppner und lässt ihren Blick über den hin­teren Teil des Schulhofes krei­sen. Damals war sie selbst Schülerin an der Grundschule Klein Nordende-Lieth. Heute ist sie im Vorstand des Schul­vereins und sorgt dafür, dass das „tote Gebiet“ mit Leben gefüllt wird. Ein neues Spiel­gerät durfte vor ein paar Ta­gen hier aufgestellt werden. Damit es aufgebaut werden konnte, haben sich viele Men­schen in Klein Nordende zu­sammengetan. Doch um die Vereine, die hier mitgeholfen haben, steht es nicht gut.

2018 haben wir die Kinder der Schule befragt, was sie sich für den Schulhof wün­schen“, sagt Michael Krohn (CDU). Krohn engagiert sich als Vorsitzender des Klein Nordender Schulvereins. „Tatsächlich war Klettern bei den Kindern sehr beliebt. Fast aus allen Klassen kam der Wunsch“, berichtet Krohn. Im Jahr 2019 konnte der Verein 5000 Euro für den Haushalt 2020 anmelden, die für das neue Spielgerät gedacht wa­ren.

Bei der Sitzung anwesend waren damals auch Vertreter des Vereins Betreute Grund­schule (BGS) und des Schul­vereins der Grundschule. Bei­de Vereine beschlossen, das Vorhaben ebenfalls mit jeweils 5000 Euro zu unterstüt­zen, sodass am Ende 15000 Euro für das neue Klettergerät zusammenkamen.

Ines Görmann, Schulleite­rin der Grundschule, freut sich, dass die beiden Vereine sich an dem neuen Gerät be­teiligt haben. Viel entschei­dender sei jedoch, was die beiden Vereine für den Alltag der Schule leisten. So kümmert sich die BGS darum, dass Kin­der bis 16 Uhr verlässlich be­treut werden, inklusive Haus­aufgabenaufsicht und auf Wunsch auch Mittagessen. „Das ist eine sehr wichtige Arbeit, ohne die unser Schul­leben so nicht möglich wäre“, sagt Görmann. Allerdings: Weil derzeit Posten im Vor­stand vakant sind, ist der Ver­ein in Gefahr.

Ähnlich sieht es auch bei dem Schulverein der Grund­schule aus. Ein 1. Vorsitzen­der fehlt ebenso wie ein Schriftführer. Dabei leiste auch dieser Verein einen wichtigen Beitrag. So werden Feste und Schulprojekte vom Schulverein organisiert oder Kosten für Ausstattung über­nommen, die vom Schuletat nicht gedeckt werden. Auch hilft der Verein Familien, wenn es finanzielle Probleme gibt und aus diesem Grund eine Klassenfahrt auf der Kip­pe steht.

Uns helfen diese Vereine sehr. Ohne sie ist vieles nicht möglich“, sagt Görmann. Das Vorstandsposten nicht be­setzt werden können, macht der Schulleiterin große Sor­gen. Aus rechtlichen Gründen dürfen Vereine nicht über län­gere Zeit vorstandslos blei­ben. „Man muss sich das ver­deutlichen: Wenn im Schul­vereinsvorstand nicht nach­besetzt wird, muss der Verein im Herbst nach 70 Jahren auf­gelöst werden.“

 

Bildunterschrift:
Zusammen hatten sie sich für das neue Spielgerät eingesetzt, nun durften die Erwachsenen probesitzen: Ute Primke (Konrektorin, von links), Karin Schartow (Geschäftsführerin Betreute Grundschu­le), Michael Krohn (Schulverband Klein Nordende), Franziska Höppner (Schulverein Grundschule Klein Nordende-Lieth), Ines Görman (Schulleiterin) und Hans-Barthold Schinckel (Betreute Grund­schule).

 
Elmshorner Nachrichten, 14.06.2021

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