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In Klein Nordende startet der Unterricht der Zukunft

Grundschule schafft für 65 000 Euro digitale Tafeln an

Schulleiterin Ines Görmann und Michael Krohn vom Schulverband Klein Nordende vor einem der neuen Geräte. Die Seitenteile der digitalen Tafel sind schon mit White-Boards bestückt, so dass schnelle Notizen auch analog gemacht werden können. Foto: Lottmann

KLEIN NORDENDE / Daniela Lottmann

Als Michael Krohn nicht sofort die richtige Taste fin­det, hilft ein Grundschüler aus: „Du musst noch mal zurück und dann nochmal draufdrücken.“ Erst wenige Tage stehen die neu­en digitalen Tafeln in den Klassenräumen der Klein Nordender Grundschule, aber die Schüler haben schnell gelernt, wie man da­mit umgeht.

Digitalpakt macht es möglich
Krohn (CDU) ist Vorsteher des Schulverbands Klein Nordende und engagiert sich auch als Vorsitzender des Fa­milie- Jugend- Schulaus­schusses. Zusammen mit sei­nen Mitstreitern hat er sich dafür eingesetzt, dass die Grundschule mit digitaler Technik ausgerüstet wird. Möglich macht das auch der Digitalpakt von Bund und Land. Jede Klasse hat nun eine digitale Tafel bekom­men, mit der Schaubilder, Schreibübungen oder Re­chenwege an eine Art Riesen­bildschirm projiziert werden. Bedient wird die Tafel entwe­der mit Laptops, Tablets oder Smartphones, deren Bild­schirm man auf die Tafel spiegeln kann. Aber auch das Arbeiten direkt an der Tafel mittels Berührung ist mög­lich.

Uns war die intuitive Be­dienung wichtig“, sagt Krohn. Mehrere Modelle ha­be man sich vorher vorführen lassen und dabei auf die ein­fache Bedienbarkeit geach­tet. Das sei nicht nur für die Schüler wichtig, sondern auch für die Lehrkräfte, die bei der Entscheidung für ein Gerätesystem mit ins Boot geholt wurden.

Aber reichen normale Ta­feln nicht aus? Krohn sagt, Lehrmethoden und Schul­stoff hätten sich verändert und mit den digitalen Tafeln wolle die Grundschule auf diese Veränderung reagieren. „Die Lehrer haben eine völlig neue Möglichkeit, Stoff zu vermitteln“, sagt Krohn. So könne eine digitale Tafel etwa auch Videos oder Fotos zeigen. Auch hilft die Tafel beim Zeichnen. „Einen Kreis an einer normalen Tafel zu zeichnen, ist umständlich. Das geht bei der digitalen Ta­fel ganz leicht.“ Dazu kommt noch eine der wichtigsten Funktionen: Die Tafel kann Inhalte abspeichem. So kön­nen Tafelbilder in der nächsten Stunde weiter bearbeitet werden oder von Schüler auf ihren eigenen Geräten abge­rufen werden.

Medienkompetenz vermitteln
Kinder seien heute früh mit digitalen Medien in Kontakt, sie in der Schule davon abzu­schirmen, sei der falsche Weg, findet Krohn. „Medien­kompetenz ist heutzutage et­was ganz wichtiges. Darauf müssen wir - natürlich kindgerecht - reagieren.“ Auch Corona habe gezeigt, dass sich die Investition in die Di­gitalisierung lohne.

Zwölf Tafeln angeschafft
Die Kosten inklusive Tablet­PCs zur Steuerung liegen bei etwa 65 000 Euro. 80 Prozent der Kosten werden über den Digitalpakt erstattet, sagt Krohn. Neben der Hardware wurde auch eine Schulung für die Lehrkräfte eingekauft. Sie soll nach den Sommerferien stattfinden.

Zehn digitale Tafeln ste­hen in den Klassenräumen, eine im Musikraum und eine als Übungsgerät im Lehrer­zimmer der Schule in Klein Nordende. Dort sehe man immer wieder Kollegen üben oder Lehrkräfte, die sich gegenseitig Tipps geben, er­zählt Schulleiterin Ines Gör­mann. Die Lust sei groß, die Geräte zu benutzen, beob­achtet sie. Das sei nicht nur bei den Lehrkräften so.

Elmshorner Nachrichten, 09.06.2021

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