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Bürgerbegehren gegen Radwegtrasse

Geplante Route nach Hamburg soll nicht durch das Liether Moor führen

Für die Initiatoren des Bürgerbegehrens ist das Naherholungsgebiet Liether Moor für einen vielbe­fahrenen Radschnellweg nicht geeignet. Foto: Meike Kamin

KLEIN NORDENDE / Meike Kamin

Sind Sie dafür, dass der Radschnell- weg/die Fahrrad­straße nicht durch das Liether Moor gebaut wird und der entsprechende Be­schluss der Gemeindevertre­tung Klein Nordende vom 10. Dezember 2020 aufgehoben wird?“ So lautet die Frage des Bürgerbegehrens, das die Klein Nordender Martin Röseke, Jörg Bendmann und Vol­ker Möhrke auf den Weg ge­bracht haben.

Röseke und Bendmann ge­hören dem Vorstand des Be­treuungsvereins Liether Moor an, Möhrke wiederum ist der Vorsitzende des Ro­bustrindervereins im Liether Moor. Sie befürchten, dass durch die geplante Fahrrad-Straße von Elmshorn nach Hamburg die Fußgänger aus Teilen des Naherholungsge­bietes Liether Moor vertrie­ben werden.

Dabei ist den Antragstel­lern bewusst, dass es sich zur­zeit um die Phase einer Mach­barkeitsstudie handelt. Es ist ihnen wichtig, frühzeitig und deutlich ihre Bedenken zu äu­ßern. Gleichzeitig möchten sie mit ihrem Bürgerbegehren viele Klein Nordender für das Thema sensibilisieren.

Zehn Prozent der wahlbe­rechtigten Klein Nordender müssen sich innerhalb von sechs Monaten für das Bür­gerbegehren aussprechen. Damit könnte dann die Basis für einen Bürgerentscheid gelegt sein. Allerdings muss vorher noch die Gemeinde beteiligt werden, die ihren Beschluss aufheben könnte. Dann wäre der Bürgerent­scheid hinfällig. Erst nach diesem Zwischenschritt und einer Prüfung durch die Kommunalaufsicht könnte es zu einem Bürgerentscheid kommen.

Aktuell wird an einer Machbarkeitsstudie gearbei­tet, um mögliche Trassen für einen Radschnellweg oder eine Fahrradstraße, die von Elmshorn nach Hamburg führen soll, zu prüfen. Ver­schiedene Varianten sind im Gespräch. Eine führt von Elmshorn durchs Liether Moor nach Tornesch, eine andere bindet Klein Norden­de und Heidgraben direkt in die Trasse mit ein.

Die Gemeindevertretung Klein Nordende hat sich in ihrem Beschluss vom 10. De­zember 2020 für die „Varian­te B-West“ ausgesprochen, die von Elmshorn über die Ollerlohstraße durch das Lie­ther Moor nach Tornesch führt. In ihrem Beschluss hat die Gemeindevertretung ei­nige Bedingungen für ihre Zustimmung eingearbeitet. Eine Voraussetzung ist, dass die Trasse auch zukünftig aus dem Ort heraus über die Stra­ße Rotenlehm und den Bahn-übergang Lieth oder eine an­dere Bahnkreuzung an der Stelle erreichbar bleibt. Dar­über hinaus müsse die Tras­se, die nach dem Willen der Gemeinde eine maximale Breite von drei bis vier Me­tern haben darf, auf vorhan­denen Straßen und Wegen entstehen und weiterhin für Anliegerverkehr zugelassen sein. Zwei weitere Punkte sind im Beschluss der Ge­meindevertretung enthalten: Die nächtliche Beleuchtung muss auf das absolute Mini­mum beschränkt werden und die Herstellungs- und Inves­titionskosten dürfen nicht zu Lasten der Gemeinde gehen.

Die Antragsteller des Bür­gerbegehrens kritisieren die Breite der Fahrradstraße, die mögliche Versiegelung von Flächen und die Beleuch­tung. Sie quält die Frage: Was macht das mit den nachtakti­ven Tieren.

Röseke und Bendmann er­läutern: „Nach unseren Re­cherchen muss eine Fahrrad­straße pro Richtung 1,5 Me­ter breit sein. Das wäre die ak­tuelle Straßenbreite. Ein be­gleitender Fußweg kann nicht geplant werden, da die dann erforderliche Versiege­lung aus Naturschutzgrün­den nicht statthaft ist. Eine gemeinsame Führung von Fuß- und Radwegen ist aber nach den Richtlinien für den Bau von Radschnellwegen in Naherholungsgebieten nicht zulässig. Dieses Dilemma hat die Planungsfirma durchaus erkannt und will es lösen, in­dem die Fußgänger von der Strecke verdrängt werden sollen. Die entsprechende Aussage: ,Gegebenenfalls ist eine Lenkung des Fußgänger­verkehrs in andere Wege im Gebiet umzusetzen’ macht uns Sorge.“

Die drei plädieren für einen Trassenverlauf, der die Gemeinden mit einbindet und machen deutlich: „Wir sind nicht gegen eine Fahr­radstraße, wir wünschen uns allerdings einen anderen und unseres Erachtens sinnvolle­ren Verlauf der Route.“

Martin Röseke (links) und Jörg Bendmann wollen gemeinsam mit Volker Möhrke (nicht auf dem Foto) die Klein Nordender für das Thema sensibilisieren. Foto: Meike Kamin

„Wir sind nicht gegen eine Fahrradstraße, wir wünschen uns allerdings einen anderen und unseres Erachtens sinnvolleren Verlauf.“ Stellungnahme der Initiatoren

Hier liegen die Unterschrif­tenliste für das Bürgerbegehren in Klein Nordende aus:
Hof Aue, Blumenhaus Konetzny, Reitstall Schöttler, Nur hier (Rewe).

 

Elmshorner Nachrichten, 05.06.2021

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