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In Klein Nordende soll die Jugend mitreden

Workshop und digitale Pinnwand können für Anregungen genutzt werden

KLEIN NORDENDE / dlo

Klein Nord­ende will sich verändern und die Gemeinde lässt deswegen ein Ortsentwicklungskon­zept (OEK) ausarbeiten. Die Erwachsenen wurden dazu schon vielfach dazu befragt. Aber was wollen die Kinder?

Mit dieser Frage setzen sich die Gemeindevertreter seit längerem auseinander. „Wir wollen in Zukunft die Kinder-' und Jugendbeteili­gung im Ort stärken“, erklärt Michael Krohn (CDU), Vor­sitzender des Ausschusses für Familie, Jugend und Schu­le. Auch beim OEK sollen die Jungen deshalb mitreden dürfen. Wegen der Pandemie ist die Sache aber nicht ganz so einfach.

Zusammen mit der Pla­nungsbüro WRS Architekten und Stadtplaner aus Ham­burg, die für Klein Nordende das OEK ausarbeitet, hatte die Gemeinde deshalb nun zum digitalen Workshop ex­tra für junge Menschen ein­geladen. „Wir haben alle Ju­gendlichen von zwölf bis 21 Jahre aus dem Ort angeschrieben und eingeladen“, erklärt Krohn. Etwa 370 Brie­fe gingen raus. Zum digitalen Treffen eingeloggt waren fast 20 Accounts, aber es waren auch Erwachsene und Ge­meindevertreter darunter. „Es ist schwer, die Jugend­lichen zu erreichen“, gibt Krohn zu.

Im digitalen Workshop wurde zunächst der Inhalt des OEK kurz umrissen, ehe die Jugendlichen Fragen stel­len oder Wünsche äußern konnten. Eine Wortmeldung kam von Marc: „Wenn wir hier alles zubauen, wo bleibt dann das Grün?“, formuliert er seine Sorgen. Stefan Röhr- Kramer vom Planungsbüro erklärte, dass zwar viele Flä­chen als potenzielle Bauflä­chen eingezeichnet werden, jedoch keineswegs alle tat­sächlich bebaut werden sol­len. Man müsse mehr Flä­chen einplanen, damit man planerisch eine Reserve hat. Auch Annalena beschäftigt dieser Punkt: „Ich finde nicht, dass so viel gebaut wer­den muss.“ Neben dem digitalen Treffen wurde auch ein Padlet eingerichtet. Dies ist eine Art digitale Pinnwand, bei der Kinder und Jugendli­che ihre Ideen, Gedanken und Wünsche formulieren und diskutieren können. So schrieb jemand anonym: „Ich glaub, dass ich hier für alle Ju­gendlichen spreche, wenn ichsage, dass wir einen Jugend­treff brauchen ... Nix großes aber auch nix kleines, einfach eine Hütte würde genügen. Mit ein paar Sitzmöglichkei­ten und Zack ist der Rewe frei von den Jugendlichen.“ Auch die Antwort des Planungsbü­ros lässt sich hier nachlesen:
„Danke für deinen Beitrag! Wo im Ort könntest du/könntet ihr euch einen Jugendtrefif vorstellen?“

Das Padlet soll noch länger offen bleiben, erzählt Ge­meindevertreter Krohn. In seinem Ausschuss wünscht man sich, dass viele Jugendli­chen dieses Tool benutzen und ihre Wünsche formulie­ren. „Das Schlimmste wäre doch, wenn die Generation 50 plus etwas plant, was die Generation unter 20 gar nicht braucht.“ Alle Ideen oder Anregungen, die bis Sonntag, 9. Mai, an die digita­le Pinnwand gespickt wer­den, werden bei der Arbeit am OEK aufgenommen. Doch auch danach will der Jugendausschuss der Ge­meinde die Pinnwand beob­achten. „Wir wollen die Kin­der- und Jugend stärker inte­grieren“, sagt Krohn. Deshalb soll auch in Zukunft nach Formaten, Aktionen oder Werkzeugen gesucht werden, um der Jugend in der Ge­meinde Klein Nordende eine Stimme zu geben.

 

Elmshorner Nachrichten, 07.05.2021

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